Als Vorgesetzter sollte man sich auch bei der Weihnachtsfeier stets unter Kontrolle haben
Weihnachten ist für Chefs nicht lustig

Kein Mitarbeiter braucht mit den lieben Kollegen Weihnachten zu feiern, wenn er nicht will. „Die Dienstpflicht, eine Betriebsfeier zu besuchen, gibt es nicht“, erklärt Rechtsanwalt Hans- Peter Löw von Lovells in Frankfurt. Karrieretechnisch gesehen ist es meist jedoch günstiger, zu erscheinen.

„Wer solchen Unternehmens- Höhepunkten fern bleibt, sollte bedenken, welch schwer wiegende Signale er damit setzen könnte“, warnt Unternehmensberater Andreas Wurst von Czipin & Proudfoot in München. Dass er auf dem Absprung ist und ihm der Betrieb egal ist, zum Beispiel. Kurz, er könnte in den Ruf kommen, illoyal zu sein.

Doch nicht nur die Eingeladenen, besonders die Vorgesetzten in der Rolle als Gastgeber sollten das Thema Weihnachtsfeier ernst nehmen. Zum Beispiel die Ansprache: Arbeitsrechtler Marcel Grobys von Lovells in München berichtet von einem Fall, in dem ein Unternehmenslenker der versammelten Mannschaft verkündete: „Das Jahr war wunderbar, nur der Betriebsrat hat uns mehrere hunderttausend Euro gekostet.“ Solch eine – vielleicht launig gemeinte – Äußerung fällt in die Kategorie Beleidigung und darf nicht sein. „Dies wurde immerhin höchstrichterlich entschieden“, berichtet Grobys.

Darüber hinaus haben Chefs auf Betriebsfesten ungeahnte Pflichten gegenüber ihren Mitarbeitern. Sie tun deshalb gut daran, die Kontrolle zu behalten. Grobys: „Wenn der Arbeitgeber einlädt, hat die Weihnachtsparty automatisch dienstlichen Bezug und ihm obliegen als so genanntem Veranlasser echte Fürsorgepflichten.“

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