Amerikanische Arbeitswelt
Die Comeback-Mamas

Bezahlter Mutterschutz oder Elternzeit? Diese Frage stellt sich Frauen in den USA nicht. Sie sie machen Babypause im Urlaub. Amerikanerinnen können es sich nicht leisten, auch nur einen Arbeitstag zu verpassen. Dass sie beim Einsetzen der Wehen noch am Büro-Schreibtisch sitzen, ist so keine Seltenheit.

LOS ANGELES. Eigentlich wollte die Produktmanagerin einer großen Pharmafirma in Los Angeles nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Paula lieber zu Hause bleiben. „Wirtschaftliche Zwänge aber haben mich schon nach sechs Wochen wieder zurück in die Firma katapultiert“, erzählt die 30-jährige zweifache Mutter.

Der Managerin eines anderen US-Konzerns, die ihren Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen will, erging es ähnlich. Die Forscherin wollte in der 36. Schwangerschaftswoche auf Anraten ihres Arztes lieber im Bett bleiben. „Aber mein Arbeitgeber stimmte mit der Einschätzung meines Doktors nicht überein“, erzählt sie. Und so hieß es für die 34-Jährige: entweder kurz vor der Niederkunft zu kündigen, „oder meine Urlaubstage gezwungenermaßen für die Bettruhe vor der Geburt zu nehmen“. Die Managerin entschied sich für Letzteres, um ihre Karriere und ihr gutes Einkommen nicht zu gefährden.

Diese Erlebnisse von Müttern in der amerikanischen Arbeitswelt mögen wie Horrorstorys aus einer kinderfeindlichen Welt klingen. Sie sind aber das indirekte Resultat einer sehr offensiven und gleichzeitig erfolgreichen Frauenbewegung. In keinem Land der Erde sitzen mehr Frauen in hohen Managerpositionen als in den USA. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Anteil berufstätiger Amerikanerinnen von 30 auf fast 80 Prozent gestiegen. Babys scheinen US-Managerinnen praktisch im Urlaub zu bekommen – um bloß keinen Arbeitstag zu verpassen.

Caroline ist PR-Managerin bei den Sony-Studios in Los Angeles. Voller Stolz erzählt die 33-Jährige, dass sie beim Einsetzen der Wehen am Schreibtisch saß, ihre Tochter Suzy in der Nacht zum Freitag zur Welt brachte und schon am Montag wieder die Geschäfte in der internationalen Akquise führte. „Für meinen Boss war das fast schon ganz normal“, meint sie.

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