Angestellte verdienen mehr als ihre Chefs
Die Bonustöpfe füllen sich wieder

Ein wenig neidisch dürfte Philip Purcell, der Chef von Morgan Stanley, schon auf seine Angestellte Zoe Cruz sein. Denn Cruz, die Leiterin des weltweiten Renten-, Devisen und Rohstoffgeschäfts der US-Investmentbank, hat im vergangenen Jahr mehr verdient als ihr Chef.

HB/mm FRANKFURT/M. Cruz kam nach Angaben des britischen Informationsdienstes „Financial News“ auf gut 16 Mill. Dollar, bei Purcell standen am Ende „nur“ 15 Mill. Dollar auf der Gehaltsabrechnung.

„In jeder großen angelsächsischen Investmentbank gibt es zwischen 20 und 80 Bankern, die mehr als ihre Vorstände verdienen“, sagt Andreas Halin von der Personalberatung Spencer Stuart. Beim größten deutschen Spieler, der Deutschen Bank, dürfte es ein gutes Dutzend Mitarbeiter geben, die mehr in der Lohntüte haben, als Vorstandssprecher Josef Ackermann, schätzen Frankfurter Bankenkreise.

Das Beispiel Morgan Stanley zeigt, dass nach zwei Jahren Flaute in Sachen Bonus im Investmentbanking wieder einiges möglich ist. „Im Schnitt stiegen die Boni bei den großen Häusern wie JP Morgan, Goldman Sachs, Lehman Brothers oder Credit Suisse First Boston im vergangenen Jahr um rund 20 %“, schätzt Halin.

„Dennoch gab es viele Enttäuschungen“. Denn nicht jeder profitierte von den üppiger gefüllten Bonustöpfen. „Die Zeiten in denen alle quer durch alle Sparten belohnt wurden, wie in den 90er Jahren, sind endgültig vorüber“, sagt der Headhunter. „Die Banken selektieren stärker, auch wenn sich die Qualität der Mitarbeiter in den Krisenjahren durch das so genannte Upgrading deutlich verbessert und angeglichen hat.“ Unter Upgrading versteht man die im Investmentbanking übliche Praxis, Mitarbeiter zu entlassen, um sie durch bessere Kräfte zu ersetzen.

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