Anspruch gesetzlich geregelt
Aufs gute Zeugnis kommt es an

Das Arbeitszeugnis ist nach wie vor eine der wichtigsten Bewerbungsunterlagen. Mit einer nur durchschnittlichen oder sogar schlechten Bewertung hat man kaum Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. Der Anspruch auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses ist sogar gesetzlich geregelt.

Ausgestellt werden kann das Zeugnis vom Arbeitgeber selbst oder von einem Vorgesetzten. Im Falle eines Insolvenzverfahrens wird der eingesetzte Insolvenzverwalter Zeugnisschuldner, und im Todesfall des Arbeitgebers kann man sich an dessen Erben halten.

Das Zeugnis ist auf dem Geschäftspapier zu erstellen und in einheitlicher Maschinenschrift abzufassen, darf keine Radierungen, Flecken, Verbesserungen oder Streichungen enthalten und muss eigenhändig unterschrieben sein. Ein Fax, eine E-Mail oder ein Telegramm genügen nicht. Das gilt auch für nachträgliche Berichtigungen und Ergänzungen. Das Zeugnis muss das Datum tragen, an dem das Arbeitsverhältnis beendet wurde. Der Arbeitnehmer kann bereits nach Zugang der Kündigung verlangen, dass ihm ein Arbeitszeugnis ausgestellt wird, damit er sich frühzeitig neu bewerben kann. Das Warten bis nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses würde den Anforderungen des Arbeitslebens nicht gerecht.

Dem Arbeitgeber steht auch kein Zurückbehaltungsrecht wegen irgendwelcher Gegenforderungen zu. Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis darf nicht im Arbeitsvertrag von vornherein ausgeschlossen oder erlassen werden. Der Anspruch verjährt erst drei Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Er ist allerdings bereits vorher verwirkt, wenn die Erstellung dem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar ist, zum Beispiel wenn der Arbeitnehmer seinen Anspruch längere Zeit nicht geltend gemacht hat und bei dem Arbeitnehmer der Eindruck entstanden ist, er wolle kein Zeugnis mehr.

Die Autorin, Monika Cermak, ist Rechtsanwältin.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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