Arbeit und Steuer
Starthilfe als Abfindung

Wenn ein Unternehmen Mitarbeiter beim Management-Buyout unterstützt, könnte dies eine steuerlich günstigere Abfindung darstellen - oder, wie jetzt ein Finanzamt meinte, eigentlich eine Zahlung, die als Gehalt zu gelten hat und damit höher zu besteuern wäre. Der Bundesfinanzhof schlug sich jetzt auf die Seite des Steuerzahlers.

Ein Spezialist für Elektrotechnik kaufte seinem Arbeitgeber, einem internationalen Konzern, für einen Euro dessen schlecht laufende deutsche Tochter ab. Als Starthilfe gewährte ihm der Konzern einen Kredit von 12 500 Euro und verzichtete wenig später auf die Rückzahlung. Das Finanzamt witterte eine verkappte Gehaltszahlung und forderte für das geschenkte Geld die volle Lohnsteuer.

Der Jungunternehmer hielt dagegen: Der Betrag sei als steuerbegünstigte Abfindung zu behandeln. Obwohl er denselben Job mache wie vorher, arbeite er ja für einen neuen Arbeitgeber - die von ihm gegründete GmbH.

Der BFH gab ihm Recht: Entgegen der Ansicht des Finanzamts sei das alte Arbeitsverhältnis mit dem Management-Buyout wirksam aufgelöst worden und eine Abfindung deshalb möglich (XI R 52/05). Allerdings müsse das Finanzgericht jetzt noch prüfen, ob der Rückzahlungsverzicht wirklich als Abfindung gedacht war.

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