Arbeitgeber darf kein Einzelzimmer anordnen
Banker klagte gegen von oben verordnetes Statussymbol

Ein Wertpapier- und Devisenmanager einer Bank muss sich nicht in ein abgelegenes Einzelzimmer versetzen lassen. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil entschieden.

HB FRANKFURT. Die Richter gaben damit im Eilverfahren der Klage eines Managers gegen die Dresdner Bank statt (Az.: 6 Ga 264/05).

Mehr als elf Jahre hatte der Angestellte im Handelsraum des Bankgebäudes gearbeitet, wo er unmittelbaren Kontakt zu den ihm unterstellten Wertpapierhändlern hatte. Plötzlich wurde er jedoch in ein Einzelzimmer auf einer anderen Etage versetzt. Der Arbeitnehmer empfand diese Umsetzung als unzumutbare Schikane und klagte vor Gericht.

Die Klage ist allerdings nach Ansicht von Branchenexperten mehr als ungewöhnlich, denn normalerweise gilt ein Einzelbüro - insbesondere wenn es in der Ecke eines Wolkenkratzers angesiedelt ist und über Fenster verfügt - als absolutes Statussymbol in der internationalen Bankenwelt.

Laut Urteil ist eine solche "Umsetzung" nicht von dem grundsätzlichen Weisungs- und Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Darüber hinaus sei der Arbeitnehmer als vorgesetzter Devisenmanager "unbedingt auf die Möglichkeit des unmittelbaren Kontakts und der unmittelbaren Kommunikation mit seinen Mitarbeitern angewiesen", heißt es in der Entscheidung.

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