Arbeitsgericht kippt Punkteschema der Sozialauswahl
Kinder können vor Kündigung schützen

Arbeitgeber, die Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen wollen, müssen künftig bei der Sozialauswahl stärker als bisher berücksichtigen, ob die Kündigungskandidaten unterhaltspflichtige Kinder haben oder nicht. Das geht aus einer neuen Entscheidung des Arbeitsgerichts (ArbG) Ludwigshafen hervor.

crz GARMISCH. Darin monierten die Arbeitsrichter ein Punkteschema, nach welchem jedem Arbeitnehmer pro Lebensalter und Jahr der Beschäftigung je ein Punkt und für jedes unterhaltsberechtigte Kind vier Punkte gutgeschrieben werden sollten. Damit sei ein Kind gerade einmal so viel wert wie zwei Jahre Betriebszugehörigkeit, erzürnte sich das Gericht. Das sei vor dem Hintergrund des verfassungsrechtlich geforderten Schutzes von Ehe und Familie nicht vertretbar.

Gegen ein entsprechendes Punktesystem hatte eine gelernte Bürokauffrau geklagt, als ihr trotz Kindes und über 15-jähriger Betriebszugehörigkeit wegen der geplanten Verlagerung des Unternehmensstandortes betriebsbedingt gekündigt worden war. Obwohl die Klägerin nach dem von der Geschäftsleitung aufgestellten Punktesystem 54 Punkte erreichte und ein Kollege aus der gleichen Arbeitnehmergruppe nur 47 Punkte, wurde allein ihr gekündigt.

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