Arbeitsmarkt für Volks- und Betriebswirte leicht entspannt – Controller gefragt
Wirtschaftsstudium zahlt sich bei der Jobsuche aus

Auch wenn immer wieder Nachrichten von arbeitslosen Akademikern an den Unis für Unruhe sorgen: Studieren lohnt sich, gerade für Wirtschaftsstudenten. Zu diesem Schluss kommt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in ihrem Arbeitsmarktbericht 2004. Denn Akademiker sind nach wie vor viel seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Berufsgruppen.

HB DÜSSELDORF. Zudem hat sich gerade der Arbeitsmarkt für Wirtschaftswissenschaftler leicht entspannt. Im September waren rund 6 000 Volkswirte und 20 000 Betriebswirte bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Zum ersten Mal seit Jahren stieg die Zahl damit im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter an.

Die gute Nachricht sei vor allem, dass gerade junge Akademiker kaum von Arbeitslosigkeit betroffen sind, erklärt Bernhard Hohn, Arbeitsmarktexperte für Wirtschaftswissenschaftler bei der ZAV in Bonn. Zwar führt die Bundesagentur rund 400 Volks- und 3 400 Betriebswirte unter 30 Jahren in ihrer Statistik, doch dabei handelt es sich oft um Absolventen, die sich in der Bewerbungsphase arbeitslos melden. „Die Jobsuche dauert heute häufig einfach länger als vor einigen Jahren“, erklärt Hohn.

Von „goldenen Zeiten für Absolventen“ wie vor vier Jahren, als der Industrie- und Handelskammertag noch ein Mangel an gut ausgebildeten Führungskräften monierte und geeignete Bewerber sich ihren Arbeitsplatz aussuchen konnten, kann damit zwar nicht die Rede sein. Insgesamt hat sich die Situation jedoch entspannt. „Junge Betriebswirte, die sich auf Controlling, Finanzierung oder Rechnungswesen spezialisieren, haben die besten Chancen“, sagt Hohn. „Auch im Vertrieb und Marketing werden Leute gesucht“, sagt Dieter Schädiger, geschäftsführender Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte (BDVB). Vor allem in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Unternehmensberatung und Handel würden neue Stellen geschaffen.

Dennoch ist die Konkurrenz um die freien Stellen groß. Allein Siemens erwartet für das laufende Jahr rund 220 000 Bewerbungen. „Die Anforderungen an die Bewerber sind eindeutig gestiegen“, sagt Schädiger. Ein zügiges Studium, gute Noten, Englisch- und Computerkenntnisse seinen dabei nur noch Basisqualifikationen. Zusätzlich punkten könne ein Bewerber mit rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten sowie sozialem Engagement – den so genannten Soft Skills. Zudem sei es ratsam sich früh ein eigenes Netzwerk an potenziellen Arbeitgebern aufzubauen. Schädiger rät daher, sich – um erste Kontakte zu knüpfen – in Verbänden zu engagieren und Messen zu besuchen.

Außer Acht lassen sollten die Absolventen auch nicht die Mittelständler. „Bei den größten Unternehmen bewerben sich alle“, sagt Schädiger. Dabei würden auch die kleineren Unternehmen spannende und interessante Jobs bieten.

Und wer den Berufseinstieg erst einmal geschafft hat, muss sich vorerst keine Sorgen mehr machen, sagt Hohn. Gerade junge Wirtschaftswissenschaftler mit ersten Berufserfahrungen seien bei vielen Unternehmen gefragt, da ein Teil der hohen Einarbeitungskosten entfällt.

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