Arbeitsmarktindex
Banken suchen qualifizierte Nachwuchskräfte

Handelsblatt-Frax ist der neue Jobmarkt-Index der Finanzbranche. In Kooperation mit der "Frankfurt School of Finance and Management" beleuchtet das Handelsblatt die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Finanzexperten. Obwohl die Zahl der offenen Stellen abgenommen hat, suchen die Banken immer noch händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs.

FRANKFURT. Die Bankenwelt steckt im Umbruch. Die Finanzkrise hat die Branche in den vergangenen Monaten hart getroffen – insbesondere die Investmentbanken. Viele Geldhäuser streichen deshalb Arbeitsplätze. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite sind viele Stellen unbesetzt. Die Unternehmensberatung McKinsey warnt sogar vor einem Mangel an qualifizierten Bankern.

Wie es tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt für Finanzexperten aussieht, zeigt ab heute regelmäßig der Handelsblatt-Frax, der Jobmarkt-Index Banking & Finance, den das Handelsblatt in Kooperation mit der „Frankfurt School of Finance and Management“ zusammenstellt.

„Bisher war die Veränderung der neu ausgeschriebenen offenen Stellen im Banken- und Finanzsektor völlig unbekannt“, sagt Dirk W. Rudolph von der Frankfurt School of Finance. Weder die statistischen Ämter, noch die Bundesagentur für Arbeit oder private Arbeitsvermittler hätten einen vollständigen Überblick. Der Frax soll Abhilfe schaffen.

Der Index misst die Veränderungen der freien Stellen für die etwa 700 000 Mitarbeiter in der deutschen Finanzindustrie. Ausgewertet werden monatlich die Stellen, die in Jobbörsen und Internetsuchmaschinen zu finden sind. Die Veränderungen werden in Form einer Kurve dargestellt, die für den Juli 2007 auf 100 gesetzt wurde.

Zuletzt ist das Barometer deutlich zurückgefallen. Im Juni sank der Index um 13 Prozent gegenüber dem Vormonat. Es gibt also weniger freie Arbeitsplätze als noch im vergangenen Jahr. Dennoch ist die Zahl der offenen Stellen nach Angaben der Frankfurt School of Finance and Management auf einem hohen Niveau. Besonders gefragt seien Nachwuchskräfte, deren Wissen den Anforderungen moderner Finanzmärkte genügt. „Allein in 2008 wollen wir mehr als 1 000 Nachwuchskräfte einstellen mit Schwerpunkt Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft“, sagt Peter Pietsch von der Commerzbank.

Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey droht den europäischen Banken in den nächsten fünf Jahren ein Mangel an Talenten. Einige große Institute dürften Schwierigkeiten bekommen, Führungspositionen zu besetzen. Nach Einschätzung von McKinsey könnten künftig zwischen 25 und 40 Prozent der Chefsessel und anderer Posten von strategischer Bedeutung unbesetzt bleiben.

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