Arbeitsrecht
Kündigung ohne Abmahnung war unwirksam

Leitet ein Arbeitnehmer Zuschüsse der Firma zu seiner Alters- oder Krankenversicherung nicht an seine Krankenkasse weiter, darf ihm nicht automatisch gekündigt werden.

HB FRANKFURT. Das geht aus einem am Donnerstag bekannt gewordenen Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines Projektleiters gegen ein Frachtflugunternehmen statt, und erklärten sowohl die fristlose als auch die ordentliche Kündigung für gegenstandslos. (Az.: 15 Ca 6499/05).

Weil er nach dem Kauf einer Eigentumswohnung offenbar den Überblick über seine finanziellen Verhältnisse verloren hatte, leitete der Arbeitnehmer ein Jahr lang die monatlichen Zuschüsse seiner Firma von jeweils durchschnittlich 200 Euro nicht an seine Krankenkasse weiter. Zunächst kündigte die Kasse den Versicherungsschutz, später auch der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis.

Laut Urteil stellt das Verhalten des Arbeitnehmers grundsätzlich eine Unterschlagung dar, weil er den an ihn überwiesenen Zuschuss lediglich als "Bote" an die Krankenkasse hätte weiterleiten müssen. Weil er jedoch knapp 35 Jahre beanstandungsfrei in der Firma tätig war, hätte das Unternehmen zunächst eine Abmahnung aussprechen müssen, so die Richter.

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