Asset-Management
Vertriebsleute sind gefragt

Große ausländische Vermögensverwalter drängen nach Deutschland. Das Geschäft mit institutionellen Anlegern gilt als wachstumsträchtig, weil die Investoren ihre Depots stärker international ausrichten und der Altersvorsorgemarkt lockt.

HB FRANKFURT. Die Asset-Manager suchen vor allem erfahrene Vertriebsexperten, die Kontakte zu potenziellen Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen schaffen und deren Gelder akquirieren. „Es ist das heißeste Personalthema in der Anlagebranche“, sagt Karin Schambach von der auf Asset-Management spezialisierten Personalberatung Smith & Jessen. Der Drang nach Deutschland überdehnt den Personalmarkt. Es werden Knappheitspreise bezahlt. „Oft muss abgeworben werden, um an die guten Leute zu kommen“, sagt Beraterin Schambach.

Mehr als ein Dutzend großer internationaler Adressen bereitet den Einstieg in Deutschland oder den Ausbau ihres lokalen Geschäftes vor. Auffälligstes Haus ist der 430 Mrd. Dollar große US-Verwalter Blackrock unter seinem Chef Laurence Fink, der noch im Dezember ein Büro in München eröffnen wird. Büroleiter Steve Bayly spricht von sechs Mitarbeitern. Darunter werden zwei erfahrene Vertriebsexperten sein. Im Branchenjargon heißt diese Position „Senior Manager Institutional Sales“.

Wie eng der Personalmarkt für diese Fachleute geworden ist, hat Heiko Schuleit bereits erfahren. Er leitet beim ebenfalls großen US-amerikanischen Asset-Manager Principal Global Investors das Geschäft im deutschsprachigen Raum. Schuleit sucht ebenfalls einen Experten für sein eigenes Münchner Büro. Vor drei Jahren war seiner Erfahrung nach ein Fixgehalt von etwa 120 000 Euro üblich. „Heute gehen wir eher Richtung 200 000 Euro, dazu ein Bonus von vielleicht 15 Prozent der Managementgebühr für die an Land gezogenen Gelder.“

Für ein internationales Aktienmandat von beispielsweise 100 Mill. Euro Größe verlangen Verwalter nach Auskunft von Insidern um die 0,35 Prozent an jährlicher Managementgebühr. Würde ein Verkäufer ein derartiges Mandat gewinnen, könnte er im erwähnten theoretischen Fall mit 15-prozentigem Anteil an den Einnahmen aus der Managementgebühr 52 500 Euro einstreichen.

Schambach bestätigt den tendenziellen Anstieg der Fixgehälter, sieht aber die aktuellen festen Sätze eher bei 160 000 Euro. Bei den variablen Entlohnungskomponenten erkennt sie einen Trend weg von Absatzzahlen, an die die Boni gekoppelt sind, hin zu der von Schuleit erwähnten Lösung.

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