Auf die Formulierung kommt es an
Arbeitszeugnis: Wichtige Wörter

Zufrieden reicht nicht. In der Zeugnissprache entspricht das einem schulischen Mangelhaft. Fachanwältin Marie Kauffmann-Lauven-Luise gibt ein paar Hinweise, was nicht im Zeugnis stehen darf.

Frau Kauffmann-Lauven, wann dürfen Arbeitgeber im Zeugnis zu Formulierungen wie "zu unserer Zufriedenheit" oder gar "er hat sich bemüht" greifen?

Wenn der Arbeitnehmer nachweislich viele Fehler gemacht oder nichts geleistet hat. Wer dagegen durchschnittlich gearbeitet hat, darf zumindest die Formulierung "zu unserer vollen Zufriedenheit" fordern. Wenn das nicht im Zeugnis steht, sollten Betroffene ein neues Zeugnis verlangen.

Riskieren sie damit nicht, dass der Arbeitgeber zwar die geforderte Floskel übernimmt, aber dafür an anderer Stelle Negatives einfügt?

Nein. Nach einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts sind Arbeitgeber bei solchen Berichtigungen an den ursprünglichen Zeugnistext gebunden. Ausnahme: Sie haben im Nachhinein krasse Fehler des ehemaligen Mitarbeiters entdeckt.

Gibt es sonst noch Dinge, die nicht im Zeugnis stehen dürfen?

Wenn der Arbeitnehmer nicht will, darf der Grund für das Ende des Arbeitsverhältnisses nicht drinstehen. Schwierig wird es, wenn er "stets zur vollsten Zufriedenheit" fordert. Dafür muss er außergewöhnliche Leistungen nachweisen.

Marie Kauffmann-Lauven-Luise ist Fachanwältin für Arbeitsrecht im Düsseldorfer Büro der Kanzlei CMS Hasche Sigle.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 32 vom 04.08.2005 Seite 86

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