Aufsichtsratsvergütung
Thyssen-Krupp entlohnt fürstlich

Die Aufsichtsräte des Düsseldorfer Mischkonzerns Thyssen-Krupp erhalten für das Geschäftsjahr 2004/05 im Durchschnitt eine um 40 Prozent höhere Vergütung als im Vorjahr.

DÜSSELDORF. Das ist deutlich mehr als bei den übrigen 29 Dax-Unternehmen, deren Aufsichtsräte einer Untersuchung der Unternehmensberatung Towers Perrin zufolge im vergangenen Jahr im Schnitt elf Prozent mehr Tantieme bekommen haben. Die Vergütung der Kontrolleure von Thyssen-Krupp ist auch stärker gestiegen als die Dividende, der Gewinn und die Vorstandsbezüge.

Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, erhalten die 20 Kontrolleure von Thyssen-Krupp insgesamt 2,33 Mill. Euro. Das macht pro Kopf 116 500 Euro. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme kommt vor allem wegen seiner Mitarbeit in allen fünf Ausschüssen des Gremiums und der hohen Grundvergütung, die das Dreifache eines einfachen Aufsichtsrats beträgt, auf 334 080 Euro. Cromme, der auch Vorsitzender der deutschen Corporate-Governance-Kommission ist, zählt damit zu den bestverdienenden Firmenkontrolleuren in Deutschland. Wie Towers Perrin ermittelte, verdienten die Chefkontrolleure der 30 Dax-Unternehmen im Geschäftsjahr 2004 im Schnitt fast 200 000 Euro. Nur zwei zahlen ihren obersten Firmenkontrolleuren mehr als Thyssen-Krupp: Henkel (361 000 Euro) und Eon (354 000 Euro).

Der im Vergleich zum Vorjahr große Sprung bei Thyssen-Krupp resultiert aus einem kräftigen Anstieg der variablen Vergütung, während der fixe Anteil unverändert blieb. Bei den übrigen Dax-Konzernen war es umgekehrt: Dort stieg das Fixum um 30 Prozent, der variable Anteil sank um 26 Prozent.

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