Ausländische Kreditinstitute in Deutschland
Schottische Banken können spendabel sein

Während so mancher Mitarbeiter eines deutschen Kreditinstitutes um seinen Arbeitsplatz bangen muss, stellen Banken aus Großbritannien, den Niederlanden oder der Schweiz in Deutschland munter ein. Sie bieten obendrein gute Karrierechancen, doch sollten Wechselwillige vorher prüfen, wer die Chefposten besetzt.

„Ausländische Banken haben vor einiger Zeit den deutschen Markt als sehr attraktiv entdeckt – auch wegen seiner Größe“, sagt Hans-Rudolf Ulrich, Experte für Finanzdienstleister bei der Managementberatung Kienbaum. Gab es im Januar vergangenen Jahres 121 Zweigniederlassungen ausländischer Geldinstitute in Deutschland, waren es Mitte September 2006 bereits 138, ermittelte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

„Momentan ist ein guter Zyklus im Bankenbereich, und viele ausländische Häuser engagieren sich jetzt hier im Investment-Banking, Privatkundengeschäft und Immobiliensektor“, beobachtet Jörg Janke, Personalberater bei Egon Zehnder International. Und dafür benötigen sie einheimische Experten und deren Netzwerke, um den deutschen Markt erfolgreich zu erschließen. 20 000 Mitarbeiter sollen bereits bei Auslandsbanken in Deutschland beschäftigt sein. Davon stehen allein schon 1 100 bei der Royal Bank of Scotland und 500 bei der Credit Suisse (Deutschland) in Lohn und Brot, die bereits an 13 Standorten – darunter Bielefeld und Bremen – präsent ist.

„Wir können hier nur Kundennähe demonstrieren, wenn unsere Berater Kultur und Sprache kennen. Gerade viele vermögende Kunden legen Wert auf Traditionen und wünschen deshalb einen Ansprechpartner aus ihrer Region“, benennt Andreas Brandt, Deutschland-Chef von Credit Suisse, die Jobchancen für deutsche Banker. Um gute Leute zu bekommen, locken die ausländischen Banken mit flachen Hierarchien, schnellen Entscheidungswegen und der Aussicht, etwas bewegen zu können.

„Wer zu uns kommt, kann zum Aufbau eines renommierten Bankhauses in Deutschland beitragen. Zudem haben wir eine vielleicht auch flexiblere Kultur als manche deutsche Häuser“, meint Ute Fichtel-Schütze, Personalchefin bei der Royal Bank of Scotland. Die kleine, aber feine niederländische Investmentbank NIBC, die 2005 mit einer Niederlassung in Frankfurt startete, sucht vor allem Bankberater und Projektmanager mit Unternehmerpersönlichkeit. Geboten wird „eine informelle und lockere Atmosphäre, in der eigene Ideen sehr geschätzt werden“, betont Deutschland-Chef Victor Ruitenberg. Bis Ende 2007 wollen sie die Zahl der Mitarbeiter von heute 20 Leuten verdoppelt haben.

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