Baseball
Home-Run mit Buffett

Gehaltspoker der besonderen Sorte: Der weise Mann der Finanzwelt, Warren Buffett, hat im Poker um einen neuen Vertrag des unzufriedenen Yankee-Stars Alex Rodriguez eingegriffen, den abgerissenen Gesprächsfaden mit der Klubführung wiederhergestellt und Rodriguez prompt einen besser dotierten Vertrag beschert. Eine neue Nische für Investmentbanker.

NEW YORK. Das Baseballteam der New York Yankees ist in Amerika etwa das, was im deutschen Fußball die Münchener Bayern sind. In beiden Klubs spielt man nicht nur für die sportliche Ehre, sondern vor allem für viel Geld. So ist Yankee-Star Alex Rodriguez gerade dabei, einen neuen Zehnjahresvertrag für die sagenhafte Summe von 275 Mill. Dollar zu unterschreiben. Das ist selbst im Land der unbegrenzten Verdienstmöglichkeiten eine Stange Geld. Kein Wunder, dass den Spielern bei diesen Summen manchmal so schwindlig wird, dass sie die Ehre ganz vergessen.

So ähnlich ist es auch dem 32-jährigen Rodriguez ergangen, den seine Fans nur "A-Rod" nennen. Nachdem die Yankees auch in diesem Jahr zum siebten Mal hintereinander die World Series nicht gewinnen konnten, ließ A-Rod seinen Manager Scott Boras erklären, dass er seinen Vertrag beim New Yorker Edelclub nicht unbedingt erfüllen möchte und offen für höhere Angebote anderer Vereine sei. Dass Rodriguez mit einem Zehnjahresvertrag von 252 Mill. Dollar bereits der bestbezahlte Baseballspieler in Amerika ist, ließ ihn und seinen Manager kalt. Ab 350 Mill. Dollar könne man ins Gespräch kommen.

Das Echo war wohl eher verhalten. Und auch die Yankees zeigten ihrem Star die kalte Schulter. A-Rod bekam beim Millionen-Poker kalte Füße und wandte sich an einen Freund, den großen weisen Mann der Finanzwelt, Warren Buffett. Das 77-jährige "Orakel von Omaha" hantiert nicht nur jeden Tag mit Milliarden, sondern versteht auch einiges vom Baseball. Er muss seinem Lieblingsspieler kräftig ins Gewissen geredet haben. "A-Rod möchte ein Yankee bleiben", erzählte Buffett dem "Wall Street Journal". Mit Hilfe zweier Investmentbanker von Goldman Sachs wurde der abgerissene Gesprächsfaden zu den Yankees wieder aufgenommen. Der neue Vertrag soll unterschriftsreif sein und garantiert Rodriguez eine Gehaltserhöhung um 23 Mill. Dollar. Darüber hinaus soll er noch weitere Prämien bekommen, falls er den Rekord von Barry Bonds mit 762 Home-Runs bricht. 518 hat A-Rod bereits erreicht.

Am Ende hat sich das Gehaltspoker für Rodriguez also doch noch ausgezahlt. Allerdings mussten erst die Finanzprofis der Wall Street zur Hilfe eilen, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen. Für die Investmentbanker ergibt sich daraus vielleicht eine ganz neue Nische. Wenn es auf den Finanzmärkten wegen der Kreditkrise nicht mehr läuft, können sie sich als Agenten für Spitzensportler ein Zubrot verdienen. Im Falle von Rodriguez gingen die beiden Goldmänner allerdings leer aus. Die Provision steckt Manager Boras ein.

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