Bei Gehältern setzen Führungskräfte auf Sicherheit – Lieber ein höheres Fixum als riskante Aktienoptionen
Das Tal der Tränen ist durchschritten

Kaum haben Unternehmen die Konjunkturkrise überwunden, können sich deutsche Manager wieder auf breiter Front über steigende Gehälter freuen. Nach einem Plus für Top-Manager von 2,9 Prozent im laufenden Jahr wird die Geschwindigkeit des Gehaltsanstiegs 2005 sogar noch zunehmen.

HB DÜSSELDORF.Im internationalen Vergleich fällt die Steigerung für deutsche Führungskräfte dennoch bescheiden aus. In mehreren europäischen Nachbarländern ist der Zuwachs weitaus höher als hier zu Lande. Das sind die Ergebnisse der Studie „Global Compensation Planning Report“ der Unternehmensberatung Towers Perrin, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Die Berater von Towers Perrin haben Kunden in 65 Ländern befragt, wie sich die Vergütung der Führungskräfte entwickelt. Insgesamt haben 2 800 Unternehmen geantwortet.

Das Ergebnis für Deutschland: Sowohl Top-Manager als auch Führungskräfte der nachfolgenden Hierarchieebenen können sich über steigende Gehälter freuen. Im laufenden Jahr betrug der Anstieg bei den obersten Unternehmenslenkern im Durchschnitt 2,9 Prozent. Für 2005 erwartet Towers Perrin einen Anstieg von 3,1 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich für Positionen im mittleren und unteren Management. Hier stiegen die Gehälter im laufenden Jahr um 2,8 Prozent – nur etwas langsamer als bei den Top-Positionen. Im kommenden Jahr soll das Plus 3 Prozent betragen. „Die Zahlen belegen, dass das Tal der Tränen endgültig durchschritten ist“, urteilt Towers- Perrin-Berater Dirk Ewert, der die Deutschland-Daten erhoben hat.

In den großen Ländern Europas können sich Führungskräfte über wesentlich kräftigere Gehaltssprünge freuen als in Deutschland. Besonders hoch fiel die Steigerung der Top-Manager-Gehälter mit 4,3 Prozent in Italien aus. Es folgen Spanien mit 3,8 Prozent, Großbritannien mit 3,4 Prozent und Frankreich mit 3,1 Prozent.Dennoch haben deutsche Top-Manager keinen Grund zur Sorge: Vorstände verdienen hier zu lande im Schnitt 30 Prozent mehr als ihre Kollegen in Frankreich, den Niederlanden, Italien oder Großbritannien. Wenn auch immer noch rund ein Drittel weniger als Unternehmenslenker in den USA. Das ergab eine Untersuchung der Hay Group (Handelsblatt vom 26.11.2004).

Obwohl die Managergehälter in Deutschland 2005 im Schnitt noch schneller wachsen sollen, ist die Zeit regelmäßiger Steigerungen vorbei. Statt auf das Gießkannen-Prinzip setzt die Mehrheit der Unternehmen inzwischen auf individuell unterschiedliche Gehaltszuwächse. „Entscheidend ist allein die Leistung eines Managers“, betont Berater Ewert von Towers Perrin. „Die Schere geht immer weiter auseinander. Es gibt alles, von Nullrunden bis zu Zehn-Prozent-Steigerungen.“

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