Benchmark-Studie
Deutsche Arbeitgeber in Europa Spitze

Mitarbeiterorientierte Unternehmen sind wirtschaftlich erfolgreicher und krisenfester. Das zeigt die Benchmark-Studie des Forschungsinstituts Great Place to Work in 17 europäischen Ländern. Deutsche Unternehmen schnitten dabei hervorragend ab.

DÜSSELDORF. In Europa auf Augenhöhe mit zwei innovativen Weltkonzernen - das hätte sich Herbert Nißel aus Gersthofen bei Augsburg wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt, als er vor 25 Jahren begann, mit privaten Krankenversicherungen zu makeln. Nun wurde seine Impuls Finanzmanagement AG nach Microsoft und vor Google als "Europas bester Arbeitgeber 2009" in der Kategorie ab 500 Mitarbeiter ausgezeichnet.

An der Benchmark-Studie beteiligten sich alle Preisträger, die das Forschungsinstitut Great Place to Work zuvor in 17 europäischen Ländern mit den nationalen Gütesiegeln "Beste Arbeitgeber" versehen hatte. Mit 28 stammen die mit Abstand meisten der 100 besten in Europa aus Deutschland.

Insgesamt hatten sich 1 350 Betriebe mit fast 300 000 Beschäftigten beteiligt. Firmen aus Deutschland heimsten zudem zwei der fünf Sonderpreise ein: SMA Solar Technology aus Niestetal wurde für faire Vergütung und Simcorp, Softwarespezialist für Finanzdienstleistungen, in der Kategorie "Spaß bei der Arbeit" prämiert.

Wodurch zeichnen sich die besten Arbeitgeber aus? "Ihre Unternehmenskultur ist durchaus sehr leistungsorientiert. Aber sie fördern fairen Sportsgeist statt Einzelkämpfertum und Ellebogenmentalität", resümiert Frank Hauser, Deutschland-Chef von Great Place to Work. Bei Consol Software etwa, Nummer drei der Kategorie kleine Firmen, sind die 180 Mitarbeiter zugleich Mitunternehmer. Gründer und Chef Ulrich Schwanengel sagt: "Sie sind stark in Entscheidungen einbezogen, aber genauso am Gewinn beteiligt. Das bringt mehr Drive." Auch bei Impuls zählt Sportsgeist. "Windschatten geben" ist ein wichtiges Führungsprinzip, das die Mitarbeiter regelmäßig auf der Kartbahn umsetzen.

Impuls-Chef Nißel berichtet: "Der Preis als bester Arbeitgeber hat intern einen echten Motivationsschub ausgelöst." Weiterer Nebeneffekt: Die Bewerberzahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr auf 500 im Monat verdoppelt. Lange litt Impuls an einem Mangel an Spezialisten, deshalb bildet die Firma längst Neueinsteiger in der hauseigenen Akademie aus. "Ende 2008 hatten wir 945 Leute, spätestens zum Jahresende wollen wir den 1 000. Mitarbeiter einstellen", lautet das ehrgeizige Ziel.

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