Berufsorientierung
Auszubildende präsentieren Berufe

Zahlreiche Unternehmen binden ihre Lehrlinge in die Angebote zur Berufsorientierung für Schüler mit ein. Die Lehrlinge bieten Technikunterricht an, veranstalten Knigge- und Bewerbungsseminare und vor allem: Sie präsentieren den Jugendlichen ihre Berufe.
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BERLIN. Unternehmen entdecken immer häufiger das Potenzial ihrer Auszubildenden, wenn es um die Berufsorientierung von Schülern an allgemeinbildenden Schulen geht. Die Lehrlinge bieten Technikunterricht an, veranstalten Knigge- und Bewerbungsseminare und vor allem: Sie präsentieren den Jugendlichen ihre Berufe. „Die Auszubildenden sprechen auf Augenhöhe mit den Schülern“, erklärt Peter Raufer, Referent im Ausbildungsmarketing beim Chemieriesen BASF.

Seit zehn Jahren besteht das Projekt „Azubis an Schulen“. Es wurde eingerichtet, um Schüler für unbekannte Berufe wie etwa den Physiklaboranten zu gewinnen. Mit Erfolg, wie Raufer versichert: „Die Präsentationen haben das Interesse bei den Schülern für diesen Beruf geweckt, was sich auch in einem Anstieg der Bewerberzahlen widergespiegelt hat.“ Die BASF-Azubis haben Schulen in der Region Ludwigshafen, aber auch im Osten Deutschlands besucht, um die Schüler für die Ausbildung in dem Chemiekonzern zu begeistern.

Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung zwingen die Unternehmen, neue Wege im Ausbildungsrekruiting zu gehen. Gleichzeitig polieren viele Betriebe mit dem Einsatz der Vorzeigeauszubildenden das Image ihrer Ausbildungsangebote auf. Ein weiterer Effekt: Das Engagement stärkt Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz der Azubis, die Präsentationstechniken erlernen und mit viel Stolz über ihre Erfahrungen in der Lehrzeit berichten.

Im Mercedes-Benz Werk in Rastatt haben Manuela Rascher, die Leiterin der technischen Berufsausbildung, und Ausbildungsmeister Sebastian Ibañez Auszubildende jetzt zu Botschaftern für die technische Berufsausbildung gemacht. Im Oktober startete das Pilotprojekt „Stern trifft Schule“, in dem zwei Mechatronikerlehrlinge Schülern der Werkrealschule Karlsbad Technik-Unterricht gaben – vier Tage lang standen die Schüler an der Werkbank, feilten, bohrten und bauten einen Kreativ-Roboter. Alles passiert in Absprache mit dem Techniklehrer, um auf dessen Unterricht aufbauen zu können. Im nächsten Jahr sollen zehn weitere Schulen in der Region eingebunden werden. Auch im Konzern soll das Projekt bekanntgemacht werden. „Die Schüler waren mit einem solchen Eifer dabei, dass sie selbst die Pausen vergessen haben“, sagt Ibañez. Aber auch die Auszubildenden profitieren: „Für uns ist es wichtig, dass die Azubis reale Projekte bearbeiten“, so Rascher.

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