Betriebliche Altersvorsorge
Süßer Lebensabend

Der Fernsehfilm „Aufstand der Alten“ zeigte ein Horrorszenario, in dem verarmte Rentner plündernd durch die Straßen ziehen. Eine neue Studie geht dabei nicht so weit, stellte aber auf jeden Fall eins fest: Wer gute Mitarbeiter haben will, muss ihnen etwas fürs Alter bieten.

Altenrepublik Deutschland 2030. Sie brechen nachts in Apotheken ein und klauen Medikamente. Sie halten sich mit lausigen Hilfsjobs wie Fensterputzen und Straßenmusik notdürftig über Wasser. Bis 70 haben sie malocht, und bekommen doch nur eine jämmerliche Grundrente von 560 Euro. Denn die staatliche Rentenkasse ist leer, der Generationenvertrag gekündigt. Die Schocker-Trilogie „Aufstand der Alten“ im ZDF entwarf ein Horrorszenario. Hauptbotschaft: Wer als Rentner nicht verarmen will, sollte sich nicht allein auf den Staat verlassen. Wohl denen, die privat vorgesorgt oder eine betriebliche Alterssicherung haben. Die genießen in der Zukunftsdoku ihren Lebensabend braun gebrannt und weiß gekleidet in Wellnesstempeln.

Bislang aber bietet gerade mal die Hälfte aller Unternehmen hier zu Lande ihren Mitarbeitern eine zusätzliche finanzielle Absicherung fürs Alter an, zeigen Daten von TNS-Infratest. Studien zu diesem Thema sind rar. Grundsätzlich gilt: Je größer das Unternehmen, umso eher sorgt es für das Alter seiner Leute vor. Sei es durch eigene Zahlungen oder die Möglichkeit, über die Firma zu günstigen Gruppenkonditionen Geld fürs Altenteil zurückzulegen. „Je mehr die gesetzliche Rente dahinschmilzt, desto wichtiger wird die betriebliche Altersvorsorge. Die werden Mitarbeiter künftig viel stärker nachfragen als heute“, prophezeit Jürgen Helfen, Experte für Altersvorsorge und Partner der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin.

Allerdings: Die goldenen Zeiten sind vorbei, als Arbeitgeber noch eine Betriebsrente zusicherten, die sich am letzten Gehalt orientierte. In einer Studie hat Rauser Towers Perrin ermittelt: Drei Viertel der Firmen hier zu Lande setzen heute stattdessen auf eine beitragsorientierte Altersvorsorge. Befragt wurden 90 Unternehmen aller Branchen und Größen mit insgesamt fast einer halben Million Mitarbeiter. Die Umfrage liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Von einem Leistungs- auf ein Beitragssystem hat auch BSH Bosch und Siemens Hausgeräte kürzlich umgestellt. „Seit einem Jahr gibt es für neue BSH-Mitarbeiter keine klassische Betriebsrente mehr im Sinne einer lebenslang ausbezahlten monatlichen Rente. Stattdessen gibt es verschiedene Auszahlungswege – einer davon: eine Rente zu Marktkonditionen“, berichtet Thomas Kagermaier, Leiter betriebliche Sozialpolitik.

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