Betriebssport soll Ausgleich darstellen
Verletzung beim Kart-Fahren kein Betriebsunfall

Unfälle beim Kart-Fahren können auch dann nicht als Betriebsunfall bei der Unfallversicherung abgerechnet werden, wenn der Arbeitgeber den Motorsport fördert. Das entschied das Hessische Landessozialgericht in einem am Montag in Darmstadt veröffentlichten Urteil.

HB DARMSTADT/KASSEL. In ihrer Begründung argumentierten die Richter, Kart-Fahren könne nicht als Betriebssport anerkannt werden, weil diese Sportart entscheidende Kriterien nicht erfülle. (Aktenzeichen: AZ L 3 U 95/05)

Die Richter lehnten in zweiter Instanz die Klage eines Mitarbeiters von Daimler-Chrysler in Kassel ab. Der Mann war auf einer Kartbahn im nordhessischen Kaufungen verunglückt und hatte sich dabei einen komplizierten Bruch der Fußwurzel zugezogen. Der Arbeitgeber bezuschusst das Kart-Fahren für Betriebsangehörige, Pensionäre und deren Ehepartner.

Nach dem Unfall war der Mann vier Monate lang arbeitsunfähig. Er beantragte, dass er als Arbeitsunfall im Rahmen des Betriebssportes anerkannt wird. Die Berufsgenossenschaft Metall lehnte dies ab. Seine Klage vor dem Sozialgericht Kassel scheiterte. Auch die Darmstädter Richter wiesen die Beschwerde zurück.

Betriebssport solle einen Ausgleich zu den Belastungen der betrieblichen Tätigkeit darstellen. Nach Überzeugung der Richter ist dies bei dem Motorsport aber nicht der Fall. Vielmehr sei Kart-Fahren sogar mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden: der Fahrer bewege sich nicht, sei erheblichem Lärm ausgesetzt, die Abgase der Benzinmotoren wirkten in geschlossenen Hallen gesundheitsgefährdend, die ungünstige Sitzhaltung im Wagen sowie die harten Erschütterungen bei der Fahrt seien eher be- als entlastend.

Beim diesem Sport stünden nicht der körperliche Trainingseffekt, sondern der Spaßfaktor und der Wettbewerb im Vordergrund. "Insofern ist es nicht zu rechtfertigen, Unfälle beim Kart-Fahren als gesetzlich unfallversichert anzusehen und die Arbeitgeber als alleinige Beitragszahler in der Unfallversicherung dafür haften zu lassen", urteilten die Richter.

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