Bildung
Wirtschaft fördert Lehrerausbildung

Stiftungen und Verbände arbeiten an neuen Initiativen, um die Qualität des Unterrichts zu verbessern. Denn wenn die Schulausbildung schlecht ist, hat die Wirtschaft das Nachsehen. Über das öffentliche Engagement privater Einrichtungen.

DÜSSELDORF. Die meisten Lehrer in Deutschland nehmen an Fortbildungen teil. Oft besuchen sie Kurse, Workshops oder Bildungskonferenzen. Die Anzahl der Fortbildungstage ist mit durchschnittlich neun Tagen aber deutlich geringer als im internationalen Vergleich, wie eine Umfrage des Instituts für Sozialwissenschaftliche Studien (ISS) ergab, die dem Handelsblatt vorliegt. Das Problem: Mehr als die Hälfte der Lehrer in Deutschland müssen die Kosten selbst tragen. In der Wirtschaft arbeiten deshalb immer mehr Stiftungen und Initiativen an Programmen, mit denen sie die Aus- und Fortbildung von Lehrern stärken wollen.

Hintergrund des Engagements ist die einfache Erkenntnis: Ist der Unterricht schlecht, geht das auch zulasten der Wirtschaft. Unternehmen haben Probleme, ihre Ausbildungsplätze mit guten Kandidaten zu besetzen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft (BuAG), getragen vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), initiiert derzeit Projekte in allen Bundesländern.

"Im Bereich der Fortbildung verfolgen wir etwa die Qualitätsentwicklung an Schulen", sagt Johannes Krumme, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft in Baden-Württemberg. Gemeinsam mit dem Kultusministerium, Schulen und Unternehmen hat Krumme einen Leitfaden für die qualitätszentrierte Schulentwicklung erarbeitet. Zum Programm gehört zum Beispiel ein dreitägiger Workshop, in dem Lehrer erfahren, wie sie ein erfolgreiches Qualitätsmanagement einführen können. 200 Schulen haben sich bislang an einer Fortbildung beteiligt, die von Experten aus Schule und Wirtschaft durchgeführt werden: "Sie wollen den Schulen nicht die Mechanismen der Wirtschaft aufzwingen", sagt Krumme. Allen allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg stehen die Materialien kostenfrei zur Verfügung.

Die Deutsche-Telekom-Stiftung setzt früher an bei der Ausbildung von Lehrern. Sie hat einen Hochschulwettbewerb für die Lehrerbildung in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern initiiert. "Wir haben eine kleine Exzellenzinitiative für die Lehrerbildung ausgerufen", sagt Geschäftsführer Ekkehard Winter. Hochschulen aus ganz Deutschland wurden aufgerufen, innovative Konzepte für die Lehrerausbildung zu entwickeln. 27 Hochschulen haben sich beteiligt, sie schlagen etwa eine Auswahl der Lehramts-Kandidaten vor oder die Vorbereitung durch Schulpraktika. Anfang Juli wird verkündet, welche fünf Projekte drei Jahre lang unterstützt werden, insgesamt sollen fünf Millionen Euro fließen: "Mit dieser Initiative wollen wir ein besonderes Ausrufezeichen setzen", sagt Winter.

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