Biotope für Beschäftigte
Europas 100 beste Arbeitgeber

Nur die Mitarbeiter können die Stärken und Schwächen eines Unternehmens richtig einschätzen. Wer aber sind nach ihrer Einschätzung die besten Arbeitgeber Europas? Eine in ihrer Form einzigartige Studie des Great Place to Work Institute Europe zeigt, bei welchen Arbeitgebern Beschäftigte sich besonders wohl fühlen.

DÜSSELDORF. Zwei Softwareschmieden führen die Rangliste der „Besten Arbeitgeber in Europa 2008“ an. Microsoft und die 90-Mann-Firma Reaktor Innovations aus Finnland wurden am Dienstag in London vom Great Place to Work Institute Europe zu Spitzenreitern in der Kategorie Großunternehmen sowie kleine und mittlere Firmen gekürt. Auch auf den Folgerängen finden sich viele IT-Firmen wie Google und Cisco (Rang zwei und drei der Großen) sowie die Münchner ConSol Software und 4flow aus Berlin (Rang zwei und drei der kleinen und mittleren Firmen).

Frank Hauser, Geschäftsführer des deutschen Great Place to Work Institutes, erklärt, warum: „In Sachen Mitarbeiterorientierung sind Softwarefirmen prototypisch, denn das Know-how ihrer Leute ist das einzige Kapital. Die Unternehmen wissen: Ihr Erfolg liegt allein in den Köpfen und der Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. Und Menschen sind eben keine Maschinen, die von selbst laufen.“ Zugleich stellt Hauser klar: Um ein exzellenter Arbeitgeber zu sein, ist eine schillernde Branche keine Voraussetzung. Das Ranking zeigt: Auch Altenheime oder Krankenhäuser können sehr attraktive Arbeitsplätze bieten.

Über 1 250 Unternehmen mit insgesamt 148 000 Beschäftigten stellten sich in 15 europäischen Ländern dem Wettbewerb – ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Benchmarkstudie, die vor sechs Jahren mit Unterstützung der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde, ist in ihrer Form einzigartig. Anders als Umfragen zu den beliebtesten Unternehmen, die Absolventen nach dem Arbeitgeber ihrer Träume befragen – den sie allerdings nur vom Hörensagen kennen –, basiert dieses Ranking zu zwei Dritteln auf Bewertungen der Mitarbeiter. Und nur die können Stärken und Schwächen ihres Arbeitgebers tatsächlich einschätzen. Hauser: „Wie in einer Ehe sind nicht Flirt und Flitterwochen entscheidend, sondern der Alltag.“

Die stichprobenartig befragten Mitarbeiter gaben ein ausführliches Votum zu ihrem Arbeitgeber ab. Dabei ging es um die Kriterien Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist. Die Rücklaufquote lag etwa in Deutschland bei 70 Prozent. Zu einem weiteren Drittel floss die Unternehmenskultur in die Wertung ein, dazu wurden Personalentscheider auf Herz und Nieren geprüft. Die Bewertung ergab sich dann in Relation mit vergleichbaren Firmen.

Erfreulich: Deutsche Arbeitgeber können in Sachen Mitarbeiterorientierung europaweit sehr gut mithalten. 18 Firmen, die sich mit einer Niederlassung in Deutschland bewarben, kamen unter die besten 50 Großunternehmen – allein sieben unter den Top Ten, wie Microsoft Deutschland: „In Mitarbeiterbefragungen schneiden wir in puncto Zufriedenheit regelmäßig sehr gut ab“, sagt Brigitte Hirl-Höfer, Direktorin Personal. „Microsofties“ schätzen demnach vor allem die Möglichkeiten, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln, das hohe Maß an Eigenverantwortung, ein familienfreundliches Umfeld sowie offene Kommunikation und Kollegialität. Nur ein Beispiel: Die elektronischen Terminkalender der Manager sind für die Mitarbeiter einsehbar. Die Kultur der Offenheit und Transparenz gepaart mit Spaß an der Arbeit überzeugte die Jury.

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