Bonuszahlungen
Musterprozess gegen Commerzbank

Vor einem Londonder Gericht standen sich in der vergangenen Woche der ehemalige Wertpapierhändler James Keen und die Commerzbank gegenüber. Keen hat seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen angeblich zu geringer Bonuszahlungen verklagt.

mm LONDON. Keen leitete von 2003 bis Mitte 2005 einen Eigenhandelsdesk der Commerzbank. Er wurde entlassen, als das Geldhaus im Sommer des vergangenen Jahres beschloss, sich aus dem Eigenhandel zurück zu ziehen. Gemäß den Vertragsbedingungen der Commerzbank, werden Boni nur an Mitarbeiter ausgeschüttet, die zum Zeitpunkt der Auszahlung bei dem Institut angestellt sind. Wie die meisten anderen Banken auch, bezahlt die Commerzbank ihre Boni im März für das zurückliegende Jahr. Keen erhielt für das Jahr 2005 deshalb keinen Bonus.

Dagegen klagt der Investmentbanker jetzt. Weil er außerdem der Meinung ist, dass sein Bonus für die Jahre 2003 und 2004 zu gering ausgefallen ist, fordert er insgesamt 16,6 Mill. Dollar von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Aus Finanzkreisen heißt es, Keen habe während seiner Zeit bei der Commerzbank zu den fünf bestbezahlten Angestellten gehört. Weil Auszahlungsklauseln wie die der Commerzbank auch bei vielen anderen Geldhäusern üblich sind, sehen Investmentbanker das Verfahren als eine Art Musterprozess.

"Wir wollen klären, ob die Klauseln, mit denen Banken ihre Angestellten von Bonuszahlungen ausschließen, tatsächlich rechtmäßig sind. Es handelt sich um sehr drakonische Klauseln", betonte Keens Anwalt Charles Ferguson in einem Interview. Die Commerzbank hält ihre Bonusregelung für "fair und gerecht" und ist der Meinung, dass sie sich an alle Regeln und Gesetze gehalten habe.

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