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BSG: Visagistin ist als Künstlerin nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz zu versichern

Eine Frau arbeitet seit 1995 in den Bereichen Mode und Werbung als Visagistin, überwiegend in einem ...



Eine Frau arbeitet seit 1995 in den Bereichen Mode und Werbung als Visagistin, überwiegend in einem Team mit Fotografen, Models und Stylisten. Ihre Aufgabe besteht darin, das Make-up für Gesicht und Haare zu gestalten und für das jeweils der Situation angepasste Aussehen der Models zu sorgen. Die beklagte Künstlersozialkasse lehnte die Aufnahme der Visagistin in die Künstlersozialversicherung mit der Begründung ab, dass sie keine künstlerische Tätigkeit ausübe, sondern auf einem Teilgebiet des breiten kosmetischen Berufsfelds tätig sei.

Das SozG Hamburg hat die angefochtenen Bescheide aufgehoben und festgestellt, dass die Visagistin seit August 2001 der Versicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz unterliegt (Az: S 22 KR 55/02). Zur Begründung hat es ausgeführt, die Visagistin erbringe im Rahmen ihrer Tätigkeit eigenschöpferische Leistungen, die über diejenigen einer Kosmetikerin hinausgingen. Bei den Auftraggebern der Visagistin handele es sich um Unternehmen der Mode und Werbung, für die typischerweise Künstler tätig seien.

Dagegen richtete sich die Sprungrevision der Künstlersozialkasse, mit der sie ihre Auffassung weiterverfolgt, die Tätigkeit der Visagistin sei im Wesentlichen handwerklicher Art und mit der einer Maskenbildnerin nicht vergleichbar. Soweit sie an Fotoaufträgen mitwirke, sei ihre Leistung im Vergleich zu der des Fotografen nicht als eigenständiger künstlerischer Beitrag einzustufen.

Das BSG hat mit Urteil vom 12. 5. 2005 - B 3 KR 39/04 R - entscheiden, dass das SozG zu Recht festgestellt hat, dass die Visagistin eine selbstständige Künstlerin ist. Sie beschränkt sich bei ihrer Tätigkeit nicht auf den handwerklichen Bereich einer Kosmetikerin, sondern setzt ihre Kenntnisse vorwiegend in den Bereichen Mode und Werbung bei der Durchführung von Fotoaufträgen ein. Sie ist Teil eines Teams mit Fotografen, Models und Stylisten, die wegen ihrer Betätigung auf dem Gebiet der Werbung zu den künstlerischen Berufen zählen, wie der Senat bereits entschieden hat. Dieses künstlerische Umfeld der Werbung reicht für die Einordnung der Visagistin als Künstlerin aus, ohne dass sie die Tätigkeitsmerkmale einer Maskenbildnerin beim Film oder Theater aufweist.



Quelle: DER BETRIEB, 08.06.2005

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