Business Beaviour
Der Chef vor dem Chefchen

Selbst per E-Mail wollen die Leute korrekt angesprochen werden Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Eine Anrede darf?s schon sein, immer. In jeder E-Mail. Es sei denn, die Mails wechseln bereits im Ping-Pong-Verfahren und man klärt nur noch die Details.

Firmenintern genügt als Anrede ein lockeres "Hallo", und auch eine Grußformel im ersten Aufschlag muss sein - zumindest ein "MfG" oder "Gruß". Diese beiden Formeln reichen jedoch nicht mehr bei allen Außenkontakten, womöglich zu Unbekannten, und erst recht nicht bei E-Mails ins Ausland. Auch wenn es nicht die Schneckenpost ist, heißt es auch in der E-Mail "Sehr geehrte Damen und Herren". Wer möchte, kann als beim nächsten Mal dann schon "Lieber Herr Sommer" oder "Guten Tag, Frau Winter" schreiben und als Abschiedsgruß "Viele Grüße aus München" oder als Steigerung "dem sonnigen Stuttgart" darunter setzen. Wann immer möglich und insbesondere, wenn Sie derjenige sind, der etwas will, sollten Sie versuchen, den korrekten Namen Ihres Adressaten herauszufinden. Und wenn Sie nicht sicher sind, aber Gefahr laufen, den Namen falsch zu schreiben - lassen Sie ihn lieber weg. Das ist besser, als jemanden zu vergrätzen. Dasselbe gilt für Titel. Notfalls suchen Sie im Internet oder rufen die Zentrale der Firma an.

Stehen auf Ihrem Verteiler zwei Leute und es ist eine berufliche E-Mail, taucht immer die Frage auf, wer an erster Stelle stehen darf. Die Faustformel: Die Hierarchie alleine zählt - der Chef vor dem Chefchen. Auch wenn der Rangniedrigere den Doktor hat oder eine Dame ist, bleibt es bei der Hierarchie-Regel.

Eine Stolperfalle ist - jedenfalls beim E-Mail-Austausch mit persönlich Unbekannten - auch die Anrede Dame oder Herr. Bei Kim kann es sich um beides handeln, erst recht bei ausländischen Namen wie Andrea passieren schnell Verwechslungen. Wer so falsch angeschrieben wird, sollte dies aber nicht persönlich nehmen und wie ein Oberlehrer reagieren, sondern ausschließlich humorvoll. Meiner Freundin etwa schrieb ein künftiger Geschäftspartner dann in der dritten E-Mail, in dem die zwei ihren Termin konkretisierten, ganz ironisch: "Aber bitte erschrecken Sie nicht, wenn ich ein Mann bin." Das saß.

Tauschen Sie E-Mails in englischer Sprache aus, sollte die Anrede "Dear Madam, dear Sir" lauten. Wenn Sie den Namen haben, umso besser. Bei Amerikanern gilt ab der zweiten E-Mail eine Besonderheit: Sie gehen dann schon zum Vornamen über - und das sollten Sie mitmachen. Die Abschiedsformel dagegen sollte in offiziellen E-Mails "Yours faithfully" heißen, später dann "Yours sincerely" und noch später "Best wishes" oder "Best regards".

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