Business Behaviour
Ach, Herr Schlauschlau ist auch hier!

"Ach, Herr Schlauschlau ist auch anwesend", möchte man manchmal in den Raum hineinsagen. Frei nach dem Kabarettisten Kurt Krömer. Doch ganz so frei wie Krömer ist man im Alltag, geschweige denn im Geschäftsleben, eben doch nicht. Freche sowie spöttische Bemerkungen sind nicht angesagt. Selbst wenn der andere zuerst losgelegt hat.

Ähnlich erging es gerade wieder einem Handelsblatt-Leser, der sich über den Besserwisser-Spruch "Ladies First" ärgerte. Die Situation: Der Herr war mit seiner Partnerin auf einem wichtigen Ball. Dort traf er einige Vorgesetzte - allesamt Männer und in Damenbegleitung -, denen er seine Partnerin gerne vorstellen wollte. Dabei hatte er "in Erinnerung, dass das Begrüßungsritual damit beginnt, dass sich die beiden, die sich kennen, zuerst begrüßen und sich danach ihre Begleitungen vorstellen, wobei der Niedrigere in der Hierarchie mit seiner Dame beginnt. Doch das ist zwei Mal schief gegangen", klagte er. Denn er wollte jeweils seinem Vorgesetzten die Hand reichen und ihm daraufhin seine Partnerin vorstellen und wurde gleich zwei Mal hintereinander von zwei verschiedenen Chefs mit dem Spruch "Ladies First" abgewürgt.

Wie unhöflich dieses Abbügeln war, ist klar - nur: "Wie hätte ich reagieren können, um die Situation noch einigermaßen zu retten?" fragte der Leser. Mein Rat: Unhöflichkeiten werden abgebogen, indem man nicht darauf reagiert. Dabei ist es ganz einfach: Es ist nur natürlich, dass Menschen, die sich kennen, sich auch zuerst begrüßen - und dann die jeweiligen Partner vorstellen. Das korrekte Vorgehen: Der Vorgesetzte reicht zuerst dem Mitarbeiter die Hand - Handreichen in der Hierarchie funktioniert von oben nach unten. Dann stellt er seine Partnerin vor, und sie reicht dem Mitarbeiter die Hand. Dann stellt der Mitarbeiter seine Partnerin vor, und sie reicht der Partnerin des Vorgesetzten und dann dem Vorgesetzten die Hand. Beim Begrüßen soll jeder wissen, wer vor ihm steht. Erst dann gilt "Ladies First".

Diese Aufzählung macht deutlich, dass Regeln absurd wirken können: Ein freundliches Lächeln und eine natürliche Begrüßung bleiben in Erinnerung, die Rangfolge nicht. Eine Zurechtweisung unter Erwachsenen aber ist respektlos wie unhöflich - unhöflicher als jeder Fehler in der Reihenfolge.

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