Business Behaviour
Ballsaison: Aufstehen, setzen!

Nicht nur den legendären Wiener Opernball nutzen die Wirtschaftsgrößen, um ihr Unternehmen zu repräsentieren und Kunden oder Geschäftspartner einzuladen - zur Beziehungspflege. Inzwischen ist es wieder angesagt, zu Bällen zu gehen, wie denen der Hochfinanz, Juristen oder Ärzte. Die Kleiderordnung muss unbedingt eingehalten werden.

Richard Lugner lässt sich seine Stargäste beim Wiener Opernball etwas kosten. Für die Hotelerbin Paris Hilton zahlte der Ex-Baulöwe dieses Jahr 15 000 Euro, damit sie ihn und seine Gattin Christina zu dem Ereignis Mitte Februar im festlichen, langen, goldenen Cavalli-Kleid begleitete. Auch die deutsche Wirtschaft war vertreten: Klaus Kleinfeld von Siemens, Alexander Dibelius von Goldmann Sachs oder Georg Kofler von Premiere waren nur einige. Nicht nur den legendären Wiener Opernball nutzen die Wirtschaftsgrößen, um ihr Unternehmen zu repräsentieren und Kunden oder Geschäftspartner einzuladen - zur Beziehungspflege. Inzwischen ist es wieder angesagt, zu Bällen zu gehen, wie denen der Hochfinanz, Juristen oder Ärzte.

Die Kleiderordnung ist strikt: Für Damen reicht kein kleines Schwarzes, es muss das lange Abendkleid sein. Der Erbschmuck der Großmutter darf ausgeführt werden - großer Auftritt. Die Einladung zu einem Ball verpflichtet, den Rahmen angemessen mitzugestalten. Für Herren ist entweder der Smoking (Black Tie), doch häufiger der Frack (White Tie) vorgegeben. Beide dürfen nicht vor 18 Uhr zur Schau gestellt werden. Sie sind reine Abendkleidung. Die Schuhe sind möglichst aus Lackleder mit dünnen Ledersohlen, ohne Muster. Ein Muss ist ein gebügeltes Stofftaschentuch, um es bei Missgeschicken zur Hand zu haben. Wie wichtig Details sind, zeigt dies: Eine Österreicherin fragte mich kürzlich ironisch, ob die Deutschen die Taucheruhr zur Abenduhr geadelt hätten?

Doch weiter im Text: Wer rechts neben einem (Tisch-) Herrn sitzt, ist seine Tischdame. Das bedeutet, dass der Tischherr jedes Mal, wenn die Dame aufsteht oder an den Tisch zurückkommt, sich automatisch erhebt und ihr den Stuhl zurechtrückt. Damit alle gut durchkommen zwischen den Tischen, sollte jeder, der den Tisch verlässt, seinen Stuhl immer sofort wieder zurückschieben.

Achtung: Ausländer sehen die Pflicht, für Damen aufzustehen, oft strenger. So saß ich in Italien mit Geschäftsleuten und Politikern aus Amerika und Deutschland am Tisch. Immer, wenn eine Dame an den Tisch kam, standen alle auf - nicht nur der Tischherr. Nur den Deutschen war die Regel nicht geläufig, sie erhoben sich erst mit Verspätung. Solche Unwissenheit fällt im Ausland negativ auf, was besonders für Unternehmensrepräsentanten ungünstig ist. Und zwar ungünstiger, als wenn sie mit der Landessprache noch nicht so vertraut sind.

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