Business Behaviour
Bis Sie der Missachtete sind

Wie man mit arroganten Menschen im Job umgeht Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Kann Arroganz ein Erfolgsrezept im Geschäft sein? Kurzfristig mag das so sein, langfristig wird es nicht funktionieren. Auch wenn es fürs erste lästige Mitarbeiter in Schach hält. Sicher ist aber eins: Stilmäßig ist Arroganz ein Riesen-Fauxpas, und das wird sehr genau wahrgenommen. Nicht nur von denjenigen, die schlecht behandelt werden, sondern auch von denen, die es beobachten. Die ziehen nämlich eigene Schlüsse - wann sie selbst soweit sind und sich in der Rolle des Missachteten wiederfinden.

Meist beginnt es schon beim Grüßen: In geschlossenen Räumen, Treppenhäusern und Gängen hat jeder ein Anrecht auf ein "Guten Tag". Ausnahmslos. Weniger plakativ, aber umso unmittelbarer und häufiger sind es die arroganten Bemerkungen, Gesten, Blicke, die verletzen. Sie tun richtig weh. Zum Beispiel wenn jemand ein Problem hat mit der Arbeit, die ihm übertragen wurde und Rat sucht bei einem Kollegen oder dem Chef. Antworten wie "Ich weiß gar nicht, wieso Sie damit ein Problem haben" belegen unhöflichen, respektlosen Umgang in der Firma. Kurz, eine Führungsschwäche. Ebenso häufig sagen Kollegen oder Chefs einen Satz wie "Also ich habe mit diesem Kollegen gar keine Probleme." Und betonen das Wörtchen "ich" dabei ganz besonders. Déjà vu? Nicht genug damit, dass der Ratsuchende schon eine Sorge hat. Ihm wird auch noch klar gemacht, dass tatsächlich er der Depp ist - und wie toll der Gefragte ist.

Bleibt die Frage, wie reagiert man darauf? Und wenn das Gegenüber ein Ranghöherer ist, reagiert man überhaupt? Die Grundregel: Kritik und Abwehr darf nur unter vier Augen stattfinden. Jeder Chef, der in Anwesenheit Dritter angegangen wird, verliert sein Gesicht - nicht nur in Asien, sondern überall. Am besten übergeht man solche Arroganz mit hartnäckigem Nachfragen: "Ich brauche Ihren konkreten Rat" oder "Was würden Sie mir denn vorschlagen" - und drehen den Spieß elegant um.

Geschehen solche Attacken wiederholt und am liebsten vor Publikum, dürfen Sie auf der gleichen Bühne reagieren. Sätze wie "Können wir bitte wieder professionell werden" sind dann eine Rettung. Nur Wehklagen wie "Sie sollten mich nicht immer angreifen", die sind tabu.

Arroganz geschieht im Job oft auch durch Unterlassen: So erfuhr mal ein deutscher Botschafter seine Versetzung aus der Lokalzeitung im Gastland. Dabei ist es eine Kardinalpflicht von Vorgesetzten, Mitarbeitern negative Entscheidungen würdevoll zu vermitteln. Und nicht auf dem Anrufbeantworter oder per E-Mail.

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