Business Behaviour: Darf ich vorstellen?

Business Behaviour
Darf ich vorstellen?

Wenn Begrüßen keine Missachtung werden soll. Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Kennen Sie das, wenn jemand Ihnen die Hand schüttelt und Sie begrüßt, aber dabei schon den Nächsten ansieht? Den vermeintlich Wichtigeren? Die Empfindung des so Missachteten ist klar: Er fühlt sich nicht wahrgenommen - allenfalls als Staffage, als Beiwerk, aber nicht als Mensch. Ganz oft passiert diese Unsitte bei Empfängen oder Veranstaltungen zu Gunsten eines Ehrengastes. Es geschieht nicht nur bei Defilees, sondern auch dann, wenn schon kleine Grüppchen zusammenstehen. Oder bei einem Betriebsfest, wo Kollegen nur darauf lauern, den Chef abpassen zu können, um ihre Karrierechancen zu erhöhen. Vorgesetzte, die so ein Verhalten bemerken, sollten nicht darauf eingehen - ihr Interesse muss dem Gelingen der ganzen Veranstaltung gelten. Ihre Mitarbeiter sollten sie sich später zur Brust nehmen. Denn: Wer solche Attitüden hat, bremst sich auch bei anderen Veranstaltungen womöglich mit Kunden nicht und repräsentiert das Unternehmen unangemessen.

Umgekehrt sollte derjenige, der so degradiert wird, dieses Verhalten ignorieren. Auch halblaute Kommentare sind tabu. In dem Moment ist dies zwar unbefriedigend, aber Professionalität geht vor.

Das richtige Begrüßen läuft so ab: Man schaut sich an, reicht sich die Hand, stellt sich mit Vor- und Nachnamen und ohne Titel, aber dafür mit der Positionsbezeichnung vor. Denn dann kann der andere daran direkt anknüpfen. Für Asiaten ist dies sogar die Basis, ohne die sie gradezu orientierungslos sind.

Insbesondere im Business unterscheidet man ja fein zwischen Vorstellen und Bekanntmachen. Bei geschäftlichen Anlässen ist es unerlässlich, dem Gegenüber gleich einen Anhaltspunkt mitzuliefern, damit das Gespräch in Gang kommen kann. Der gröbste Schnitzer - und auch einer der häufigsten - ist, zwei Menschen einander lediglich vorzustellen, also nur die Namen zu verraten - nicht mehr. Denn dann müssen die beiden gegenseitig Rätsel raten. Im Job ist ein guter Aufhänger etwa, zu erzählen, woher jemand kommt. Jeder Ort kann die Vorlage sein, etwas zu fragen. Und wenn es nur die Frage ist, wie lange man dort schon lebt - die meisten Menschen erzählen gerne von sich.

Bei Privateinladungen ist dies eine der Kardinalpflichten des Gastgebers: Beim Vorstellen muss er darauf achten, einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt für beide zu ersinnen - und darauf hinweisen, wenn beide gerne segeln. Oder wenn beide in verwandten Branchen arbeiten. Ab dem Moment sind die zwei als gute Gäste dann in der Pflicht, einzuhaken - und aufzubauen.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

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