Business Behaviour
Die Angst vor der Stille

Der Kopf ist leer. Der Puls rast. Die Hände werden immer heißer. Weil Ihr Flugzeug in einem Luftloch immer tiefer fällt? Oder weil Sie am Abgrund stehen und in die Tiefe schauen? Nein, von diesen Symptome berichten mir Seminarteilnehmer, wenn sie Small Talk machen sollen. Auch wenn sie eigentlich gar nicht schüchtern sind und auch fachlich viel Ahnung haben.

Dieses Dilemma ist aus zwei Gründen ein Dauerzustand: Zum einen machen sich die wenigsten darüber eine Vorstellung, dass auch Small Talk einer Vorbereitung bedarf, am besten fortlaufend. Über das einladende Unternehmen informiert man sich schon mal im Internet und macht sich bei anderen schlau. Um wenigstens für den ersten Gesprächsfaden zu sorgen. Ideal ist es, dem Gastgeber und seinen Leuten Fragen stellen zu können. Dann können Sie selbst erst mal in Ruhe zuhören - und die Befragten freuen sich fast immer. Oder Sie fragen Ihn nach seinem Job und seiner Vita. Dann kommt fast jeder ins Plaudern.

Umgekehrt gilt es, aufzupassen: Wenn Ihr Gegenüber nach längeren, schrecklich interessanten Ausführungen beharrlich schweigt, könnte es sein, dass er genug von dem Thema hat. Auch wenn Sie einfach Furcht vor einer Gesprächspause und peinlicher Stille haben, sollten sie langsam stoppen. Am besten mit einer Frage an den Schweiger. Bleibt die Frage, was man - das verstehen die meisten Menschen unter Small Talk - über andere Themen außerhalb der Businesswelt erzählen kann. Alle noch so gut gemeinten Geldanlage- Tipps sind die Katastrophe. Das Wetter ist nur für zwei Sätze gut. Politik ist immer ein heißes Eisen, kritische Anmerkungen ohnehin: Man weiß nie, ob der Herr im Grauen Zwirn gegenüber ein beseelter Mülltrenner ist und sich jede flapsige Bemerkung über Dosenpfand als Bombe erweisen kann. Pädagogische Ausführungen und Weltuntergangsszenarien sind gleich tabu. Was bleibt: Alles über Ihr letztes Ferienabenteuer - je unterhaltsamer, je lieber. Denken Sie bitte vorher darüber nach! Die aktuellen Kinokritiken, Sportereignisse selbst das TV-Programm und der Kulturkalender bieten Anhaltspunkte.

Zum anderen: Die wenigsten Gastgeber sind sich Ihrer Pflicht bewusst, dass sie die Verantwortung für die Konversation auf der Veranstaltung tragen. Dass sie diese auch delegieren müssen an ihre Mitarbeiter, damit auch jene wissen, was sie zu tun haben und die Leute im Gespräch halten. Und dass sie dem Gast da aus der Situation heraushelfen müssen, wo er nicht weiter kommt.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

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