Business Behaviour
Erst fragen Sie mich, dann unterbrechen Sie mich?

Abgeblitzt. Dieser Ausdruck beschreibt ganz gut, wie ein Gesprächspartner den anderen gekonnt zum Schweigen bringt. Im Handstreich, mit wenigen gezielten Worten. Bei manchen, den besonders von sich Überzeugten, ist es oft schon ein Automatismus nach dem Motto, ich bin ohnehin King Louis.

Der andere dagegen fühlt sich miserabel - und noch schlimmer, wenn es Zeugen für diese Art von Abfuhr gibt. So hörte auch ich kürzlich einen Ministerialen zu seiner Tischdame laut und deutlich sagen: "Vielleicht fehlt Ihnen der Hintergrund, um das zu beurteilen." Die Arme hatte ihn ganz harmlos nach Ablaufprozessen in seinem Ministerium gefragt. Um ein guter Gast zu sein, um das Gespräch am Laufen zu halten. Doch der Höfliche muss keineswegs das Opfer sein. Die Devise ist, souverän bleiben, mit ruhiger Stimme und in professionellem Ton kontern: "Das freut mich sehr, heute einen Fachmann vor mir zu haben. Erklären Sie mir doch bitte die Grundregeln der Ministerien bei diesen oder jenen Anfragen."

Machen Sie nur nicht den Fehler, solche Verbalattacken persönlich zu nehmen. Und kommen Sie besser erst recht nicht auf die Idee, ernsthaft beleidigt zu sein. Es lohnt nicht. Die andere Variante: Jemand stellt seinem Gegenüber eine Frage, zum Beispiel nach seiner Familie. Und während der Antwort schweift sein Blick bereits durch den Raum, um erkennbar schon nicht mehr zuzuhören. Gehen Sie darüber hinweg, ignorieren Sie und beenden noch den Satz.

Der Gipfel der Instinktlosigkeit ist aber, den soeben Befragten direkt zu unterbrechen. Dem Gastgeber zuliebe sollten Sie auch da einfach darüber hinweggehen, wenn es Ihnen so ergeht. So tun, als wäre nichts, es einfach nicht annehmen. Schließlich soll die Situation nicht noch peinlich werden und auch noch die zuhörenden Mitgäste in Verlegenheit bringen. Wiederholt sich das Abblocken, wenden Sie sich kurzerhand interessanteren Gästen zu.

Anders ist es in Meetings oder Konferenzen. Dann wird es ernst. Da kann es sehr wohl wichtig sein, einen Punkt zu Ende zu bringen. Wer da unterbrochen wird, hört erst dem Unhöflichen zu, um dann wieder loszulegen. "Das war wirklich hochinteressant, nun möchte ich noch einmal auf meine Erklärung zurückkommen ..." sind hierfür die geeigneten Worte.

Unterbricht der Kollege oder Chef Sie daraufhin schon wieder, müssen Sie reagieren. Etwa so: "Ich werde meine Ausführungen noch beenden, dann bin ich gespannt auf Ihre Darstellung." Und zur Not darf der Ton dann auch einen Hauch lauter und schärfer werden. Aber nur einen Hauch.

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