Business Behaviour: Exzellenz genügt vollkommen

Business Behaviour
Exzellenz genügt vollkommen

Manche Gästeliste ist schier erschlagend: Wenn darauf so erlauchte Leute wie Professor Dr. Mustermann, Bernhard Graf von Adelbein zu Felseneck, Minister Michael Wunderbar, CEO James Garner, Botschafterin Dr. Martina Meister stehen und man schon vorher sinniert, wer wie anzusprechen ist.

Doch ich warne: Lassen Sie sich nicht irritieren. Graf Lambsdorff oder Prinz von Preußen würden sich nie selbst mit Titel vorstellen. Sie nennen sich schlicht Otto Lambsdorff oder Lambsdorff und Friedrich Preußen oder ganz einfach Preußen. Das heißt aber nicht, dass sie auf Titel verzichten. Die Etikette gebietet es, sie dennoch mit Titel anzusprechen. Althergebrachte Generalregel ist: Niemand sollte sich selbst mit akademischem oder Adelstitel vorstellen. Die konservative, feine Art war immer schon zurückhaltend. Wer sich mit seinem Titel vorstellt, begeht einen Fauxpas.

Nur auf Kongressen und akademischen Veranstaltungen, bei denen der Titel für den Gesprächspartner aufschlussreich ist, ist es anders. Genauso wie sich ein Arzt im Notfall mit "Ich bin Dr. Martin" vorstellt, damit der Verletzte Bescheid weiß. Hat jemand mehrere akademische Titel, ist der höchste Titel der richtige: Bei Herrn Professor Unrat ist der Doktortitel entbehrlich, die Anrede Herr oder Frau darf es jedoch sein. In Briefen bleibt der Professor in voller Schönheit erhalten, der Dr. darf dagegen abgekürzt werden.

Apropos Doktor: Meine Freundin, die mit einem Arzt verheiratet ist, wird von ihrem Bäcker hartnäckig mit "Guten Morgen, Frau Doktor" begrüßt. Sie widerspricht immer - vergeblich. Natürlich. Sie sollte den Widerstand aufgeben. Nur wenn ihr das in ihrem Job passieren würde, dann müsste sie sofort Einspruch erheben. Damit es nicht so endet wie bei dem Chef der Unternehmensberatung, der gerade erst seinen Sessel räumen musste. Er hatte selbst einen Doktortitel verwandt, den er wohl nicht tragen durfte.

Die Grundregel bei Adeligen: Baron oder Gräfin werden nur Baron oder Gräfin Itzenplitz genannt, ohne Herr oder Frau. Sind Sie Hardliner und lehnen Adelstitel ab, ist die korrekte Anrede diese: Herr Graf von Itzenplitz. Denn weil Graf oder Baron fest zum Namen gehört, ganz amtlich, kommt man nicht um die Worte herum.

Bei Politikern und hohen Beamten müssen Sie sich statt des Namens nur die Funktion merken: Herr Staatssekretär, Herr Bundeskanzler und Herr Minister ersetzt sogar den Namen. Für Botschafter auf internationalem Parkett ist es ganz einfach - Exzellenz.

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