Business Behaviour
Ich will neben Elisabeth sitzen

Ein Gastgeber, der nicht den Regisseur spielt, hat seine Rolle verfehlt Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Ich möchte lieber neben Elisabeth sitzen", sprach die Vertriebschefin und vertauschte flugs die Tischkärtchen. Dem Gastgeber entglitten die Gesichtszüge, seine wohldurchdachte Sitzordnung drohte ins Wanken zu kommen. Darf man - oder frau - das? Ganz klar, nein. Vor allem: Was darf der Gastgeber gegen diese Selbstherrlichkeit unternehmen? Er sollte abwägen, wie er reagiert. Immerhin fühlt sich jeder, der so gerüffelt wird, erst einmal die nächste halbe Stunde schlecht. Ist es also wichtig, dass die Tischordnung bleibt - damit wichtige Kontakte geknüpft werden und bestimmte Menschen sich kennen lernen - muss er einschreiten. Am elegantesten ist es, einen Mitarbeiter hin zu schicken, der dem eigenmächtigen Gast sagt, dass er die Aufgabe hat, darauf zu achten, dass die Sitzordnung eingehalten wird. Ist die Runde klein und kein Mitarbeiter da, reicht dieser Satz: "Ich bitte um Verständnis, dass ich an der Tischordnung gerne festhalten möchte."

Fehlen Tischkärtchen oder ist die Runde klein genug, müssen Sie als Gastgeber das Heft in die Hand nehmen. Es ist heute gradezu klassisch, dass die Gäste sich nicht zu setzen wagen. Die Grundregel ist: Die Damen dürfen sich setzen, kein Herr jedoch, bevor auch die letzte Dame sitzt. Und: Kommt eine Dame später an den Tisch, müssen sich die Herren für sie erheben. Sitzt also noch niemand, beginnen Sie, die Plätze zuzuweisen. Oder Sie fordern die Gäste auf, sich zu setzen, wohin sie mögen.

Als Gastgeber sind Sie es, der die ganze Zeit Regie führen muss. Erst wenn Sie die Vorspeise essen, dürfen es die Gäste Ihnen nachtun. Erst wenn der letzte Gast sein Essen beendet hat, dürfen Sie durch das geschlossene Besteck dem Kellner zeigen, dass er abräumen darf. Sonst riskieren Sie, dass ausländische Gäste wie Asiaten und manche Amerikaner ebenfalls aufhören zu essen. Ähnliches gilt für heiße Sommertage: Erst wenn Sie das Jackett ablegen und die Gäste bitten, dies auch zu tun, dürfen jene folgen.

Eine kleine Begrüßungsrede sollte der Gastgeber immer halten. Möchte Gäste auch eine Rede halten, sollten sie sich damit vorher anmelden. Sonst geht es Ihnen wie ich es bei dem Abschied eines Managers erlebte: Nach dessen Rede hob plötzlich eine sichtlich ergriffene Mitarbeiterin aus der Buchhaltung an und hielt eine Ansprache. Die Folge war, dass ein wichtiger Geschäftspartner übergangen war und einschnappte wie eine Auster - weil nun mal der Wichtigste zuerst das Rederecht hat. Und der war er. Als Gastgeber lässt sich die Situation nur mit einem Dank "für die spontane Rede" retten.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten können Sie  hier nachlesen.

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