Business Behaviour
Nicht den Oberlehrer geben

Ein befreundeter US-Politiker staunte nicht schlecht über die Begriffe von Höflichkeit bei der Deutschen Lufthansa. Genauer gesagt über das Gouvernantenhafte und den strengen Tonfall einer Flugbegleiterin. Haben Sie schon mal versucht, sich eine Zeitschrift selbst zu nehmen, auch wenn Sie ein Erste-Klasse-Ticket haben? Das kann unangenehm werden.

Den US-Politiker forderte die Stewardess höflich auf, bitte Platz zu nehmen, dann würde er dort sofort die Zeitungsauswahl treffen können. Als der Kunde sich trotzdem eine Zeitung nahm, wurde ihr Ton scharf: "Ich habe Ihnen doch gesagt, ich bringe Ihnen die Zeitschriften, sobald Sie sitzen." Ich meine: Die Wünsche der Fluggäste haben Vorfahrt vor dem Flugbegleiter-ABC.

An Vorschriften - diesmal zur Sicherheit - halten sich Flugbegleiter ebenfalls, wenn sie Ihr Handgepäck oder die Laptop-Tasche in den Notausgangsreihen konfiszieren und mal eben 17 Reihen weiter unterbringen. Da, wo Sie nicht verhindern können, dass Ihnen jemand etwas ins Gepäck steckt, was sie partout da nicht haben wollen. Rauschgift etwa. Oder etwas verschwindet. Denn wer packt nicht die wichtigsten Dinge wie Pässe, Bargeld und Kreditkarten dort hinein? Entsprechend beunruhigt ist man. Weil es der Flugbegleiter so verlangen muss. Ultimativ. Eigentlich gibt es nur eins: Die Airlines müssen es schon am Schalter den Betroffenen sagen und im Flugzeug durchsagen.

Viele Menschen hören sich so herrisch an, wenn Sie die Dienstanweisungen exerzieren möchten - auf Teufel komm raus, und obwohl sie im Grunde genommen nicht mal unfreundlich sein wollen. Und verderben anderen die gute Laune damit. Taxifahrer sind da auch ganz groß drin. Die erläutern mit Hingabe, dass sich der Fahrgast, der zu einem Stand kommt, sein Taxi aussuchen darf - und nicht verpflichtet ist, das erste zu nehmen. Weil es schon am längsten wartet. Ihr Problem ist es nur, wenn die Taxifahrer Sie wegschicken aus Loyalität zueinander - genau zum ersten hin. Wer hat schon Lust und Zeit, sich bei der Taxizentrale zu beschweren? Gut ist auch die Situation, wenn Sie zum Beispiel vom Flughafen aus keine große Fahrt mit dem Taxi planen, sondern in die City wollen. Hat der Fahrer zwei Stunden gewartet, ist er darauf nicht gerade scharf, auch wenn es immerhin zehn Euro sind. Mein Tipp: Winken Sie sich für kurze Stadtfahrten Taxis beim "Abflug" heran, wo sie gerade Fluggäste abgeliefert haben. Der Taxifahrer ist froh, keine Leerfahrt zurück in die Stadt zu haben.

Gabriele Schlegel ist Dozentin für Business Behaviour an der FH Bonn-Rhein-Sieg.

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