Business Behaviour
Nicht ohne meinen Caterer

Geschäftsbesuch nach Hause einzuladen, muss kein Horror-Trip sein. Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Ausländer, die in deutschen Unternehmen arbeiten, staunen immer über diese Attitüde: Dass Deutsche nur sehr zögerlich - wenn überhaupt - Kollegen oder Geschäftspartner zu sich nach Hause einladen. Das wäre in Ländern wie den USA, in Südamerika oder Schweden kein Thema. Der Deutsche schottet sich aber tendenziell ab nach dem Motto "My home is my castle".

Die Zwickmühle ist: Vorgesetzte erwarten durchaus, dass wichtige Kunden oder andere Gäste, die für die Firma wichtig sind, einmal eingeladen werden. Und zwar am besten nach Hause, in die eigenen vier Wände. Das nächste Problem: Der Partner erstickt selbst im Job in Arbeit. Manche scheuen sich, ihre Kochkunst unter Beweis zu stellen oder fürchten, ihre Wohnung sei nicht repräsentativ genug. Oder zu klein. Und überhaupt, warum soll man sich den Stress antun?

Dabei ist alles nur eine Frage der Organisation, nicht einmal selbst zu kochen ist nötig. Die Wohnungsgröße ist egal - ein Gast spürt nur die Atmosphäre und geht nicht mit dem geistigen Zollstock durch die Wohnung. Der Tisch sollte festlich gedeckt sein, am besten dekorieren Sie den Raum mit zwei Blumenarrangements.

Auch dem Partner kann es nützen, sein Netzwerk zu erweitern. Dafür muss ihn allerdings der Einladende briefen und die wichtigsten Fakten vorher erzählen. Es ist ein professionelles Meeting und da sollte keiner wie ein Dummchen am Tisch sitzen und keine Ahnung vom Business haben. Seien Sie vorsichtshalber 45 Minuten vor dem Termin bereits fertig - Gäste irren schon mal in der Uhrzeit.

Das Kochen kann ein Caterer erledigen. Das bietet sich sowieso an, damit Sie als Gastgeber sich um die Gäste kümmern können und nicht den halben Abend in der Küche stehen müssen. Das macht man gerne für Freunde, aber bei offiziellen Essen lieber nicht.

Verlassen Sie sich aber nie auf beruhigende Sätze des Caterers wie: "Das ist unserer Job, Sie können sich auf uns verlassen." Selbst wenn es stimmt - tun Sie es nicht. Lassen Sie sich als Verantwortlicher nicht das Regieheft aus der Hand nehmen. Sprechen Sie das Menü durch, lassen Sie vorsichtshalber zusätzlich ein vegetarisches bringen. Machen Sie deutlich, dass Sie freundliches Personal brauchen, wie lang die Zeitspanne zwischen den Gängen sein soll und wo welche Getränke gereicht werden: Zum Beispiel der Kaffee - am Tisch oder am Kamin? Je genauer alles besprochen ist und je genauer der Caterer Ihre Vorstellungen kennt, desto entspannter wird es.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

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