Business Behaviour
Nur noch begrenzt einsetzbar

Was Du nicht willst, was Dir man tu, das füg auch keinem andern zu Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Ein amerikanischer Geschäftsmann sagte mir mal bei einem Business-Lunch in Washington: "Wir müssen alle verkaufen - auch ich muss mich gut bei meinen Mitarbeitern verkaufen. Wenn ich das nicht kann, sollte ich keine Führungsaufgabe annehmen." Damit hat er recht. Und es gilt umso mehr, wenn ein jüngerer Chef einem altgedienten Mitarbeiter sozusagen vor die Nase gesetzt wird.

Geradezu tragisch wird?s, wenn dieser und alle um ihn herum vielleicht schon fest auf seine Beförderung gezählt hatten und dann - völlig unvorbereitet - ein neuer Chef von außen präsentiert wird. Eine große Enttäuschung - manchmal gar ein Blamage, die nur noch davon übertroffen wird, dass der Neue auch noch viel jünger ist. Ihm bleibt nur eine Reaktion: Contenance wahren. Am Zuge ist eigentlich das Unternehmen. Ein Personaler sollte den Überraschten unter vier Augen auf diese Situation vorbereiten - und nicht ins Messer laufen lassen. Es gilt die Regel, dass man mit anderen Menschen so umzugehen hat, wie man es in einer vergleichbaren Situation gerne selbst erleben würde.

Der junge, stolze Hoffnungsträger muss dem Altgedienten Respekt erweisen, allem Jugendwahn zum Trotz. Und nicht nur, weil auch er - siehe oben - jeden Tag älter wird. Diese Grundhaltung ist in Asien selbstverständlich. Wer gegen sie verstößt, ist in Japan oder China für Geschäfte verbrannt - die Firma kann so einen Repräsentanten nur noch abziehen. Er wird ohnehin kein Bein mehr auf den Boden bekommen. Nach wie vor sind Ältere dort hoch geachtet. Wer dies nicht erkennt, verbaut sich die eigene Karriere - und ist eben nur noch begrenzt einsetzbar aus Unternehmenssicht.

Jungmanager in Asien können punkten, wenn sie im Gespräch Sätze einfließen lassen wie: "Diese Maßstäbe habe ich schon von meinem Vater übernommen" oder "Meine Familie ist sehr wichtig für mich." Damit bekommt man einen Fuß in die Tür, und es legt die Grundlage für ein Vertrauensverhältnis.

Junge aufstrebende Genies sollten aber auch hier zu Lande alte Hasen einbinden und ihr Wissen anzapfen statt ihnen Ignoranz entgegenzubringen. Die drückt sich vor allem in Taten aus: Altgedienten ambitionierte Vorträge halten, wie die Welt funktioniert, ist unprofessionell. Völlig daneben ist es, sie sichtbar für andere Kollegen außen vor zu lassen - und damit schlechten Stil vorzuführen und vorzuleben. Nicht nur, dass auch die Kollegen überlegen, wann sie selbst zum alten Eisen zählen und wie sie dann behandelt werden. Und im Zweifel haben die Älteren schon mehr Hoffnungsträger baden gehen sehen, als diese ahnen.

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