Business Behaviour
Ohne Lob läuft nichts

Small Talk mit Amerikanern ist ein heikles Terrain. Jedenfalls für Ausländer. Ehe man sich?s versieht, hat man sich der Political Incorrectness oder gar der sexuellen Diskriminierung schuldig gemacht.

So geschehen etwa bei einem deutschen Manager, der in der US-Tochter seiner Firma - dort war er zum Brandeinsatz wegen einer finanziellen Schieflage hinbeordert worden - einer Mitarbeiterin die Gehaltserhöhung verweigerte. Er hatte nur ein deutsches Sprichwort übersetzt, "dass man einem nackten Mann nicht in die Tasche fassen" könne. Riesige Schadensersatzzahlungen waren die Folge.

Dazu kommen weitere, feine Unterschiede. In einem Laden können Sie durchaus das schöne Kleid der Verkäuferin loben. Denn im normalen Alltag und Gesellschaftsleben loben Amerikaner sehr viel mehr als wir Deutsche. Doch im Geschäftsleben wäre solch ein Kompliment ein absolutes NoNo. Alles was Unterschiede zwischen Männern und Frauen bedeuten oder irgendwie sexuell bedeutsam werden könnte - Vorsicht!

In Amerika gibt es mehr Frauen als bei uns in den Führungsetagen - und die meisten verstehen bei diesem Thema keinen Spaß. Nicht den geringsten. Jede Anzeige eines Mitarbeiters muss sehr ernst genommen und sofort versucht werden, detailliert aufzuklären. In einigen Großunternehmen in New York habe ich beobachtet, dass Vorgesetzte mit einzelnen Mitarbeitern nur mit geöffneter Bürotür sprechen oder gleich einen anderen Mitarbeiter dazu bitten. Vorsichtshalber, sie könnten einen Zeugen benötigen. Denn diese Waffe, das Schwert der sexuellen Diskriminierung, ist sehr scharf und hat schon junge Unternehmen ruiniert. So hoch können die Schmerzensgeldzahlungen ausfallen.

Für uns klingt es absurd, aber manche US-Manager berichteten mir schon, dass sie grundsätzlich nicht alleine mit einer Dame den Aufzug benutzen. Wie sollten sie im Zweifelsfall beweisen, dass sie sich der Dame keineswegs unsittlich genähert haben? Die Anzeigen wegen Sexual Harassments haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, sogar vereinzelt von Männern. Doch so irrwitzig es klingt, umso ernster ist das Thema zu nehmen. Amerikanische Richter tun es auch, und spätestens die werden Sie sonst dazu zwingen.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  www.handelsblatt.com/behaviour.

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