Business Behaviour
Pls advce. Thx, George

Unverständliche E-Mails und schwere Anhänge sind eine Zumutung Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

"G'morning Michael, pls rgd flwg message blw. Just rcvd that Vendor needs cnfmtn ASAP if payment via TT is already done or not. Pls advce. Thx, George." Würden Sie diese E-Mail verstehen? Der arme Empfänger jedenfalls, ein Mitarbeiter eines internationalen Unternehmens in Süddeutschland, war ganz verzweifelt, als er diese E-Mail aus Asien bekam, und schrieb dem Handelsblatt. Dabei: Der Absender trägt die Verantwortung dafür, dass der Empfänger seine Nachricht versteht. Auch in E-Mails.

Doch selbst in den gesittetsten Kreisen können E-Mails aus wohlerzogenen Geschäftsleuten Rüpel machen. Das ging Jobst Bauer, -Hubertus dem prominenten Arbeitsrechtler, kürzlich so sehr gegen den Strich, dass er seinem Unmut vor versammelter Mannschaft Luft machte. Der Stein des Anstoßes: der Blackberry, der für Top-Anwälte inzwischen ein unentbehrlicher Begleiter ist.

Bei einem Vortrag eines Personalchefs vor 20 Juristen aus ganz Deutschland war über die Hälfte der Zuhörer unentwegt mit ihren Blackberrys zugange. Nachdem der Redner den Raum verlassen hatte, sagte Bauer seinen Berufskollegen die Meinung. Dass es eine Unverschämtheit gegenüber dem Redner sei, ihm nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Betretenes Schweigen. Nur einer der Zuhörer wagte noch, einzuwenden, er könne gleichzeitig zuhören und tippen. Aber das hatte ja auch keiner wissen wollen oder angezweifelt. Sein Verhalten war schlicht respektlos.

Unbeliebt machen sich hier auch die Eiligen, die ihre E-Mails - so wie in der englischen Sprache - durchgängig in Kleinschrift abfassen. Ohne Zweifel ist dies für Deutsche mühsamer zu erfassen als in gewohnter Groß-und Kleinschreibung. Im Kundenkontakt ist es ein No no. Aber innerhalb eines Unternehmens - unter Kollegen und auch gegenüber Vorgesetzten und anderen Abteilungen - sind E-Mails in Kleinschreibung kein Thema. Da zählt allein die Effizienz.

Was viele Geschäftsleute schon fast als persönliche Attacke empfinden, sind die zahllosen Anhänge: In wohlmeinender Absicht schicken viele ganze Präsentationen mit - Foto-Serien, Power-Point-Referate oder andere schwergewichtige Anhänge. Es kostet den Empfänger nicht nur viel Zeit, alles aufzuklicken, auch dies kann passieren: Der Postausgang ist verstopft, und der Adressat kann nicht mehr weiterarbeiten. Dann können Sie gewiss sein, bei demjenigen keine Sympathiepunkte mehr zu machen. Oder der Empfänger kann stundenlang seinem Drucker zusehen - und zuhören - , wie er eine 500 Seiten dicke Untersuchung ausdruckt, fast zwei Tage lang.

Eins gilt aber immer: Erhalten Sie eine Mail, die Sie in Harnisch bringt - warten Sie erst einmal einen halben Tag, ehe Sie reagieren. Sonst versenden Sie noch in Überreaktion eine gepfefferte Antwortmail, die sie später bereuen. Und die zudem - anders als ein Telefonat - über Jahre archiviert werden kann. Beim zweiten, wieder ruhigerem Lesen sieht man ohnehin oft, dass die Kritik gar nicht so persönlich gemeint war. Denn der Haken am E-Mail-Schreiben ist: Die feinen Zwischentöne sind nur schwer herauszulesen - und Missverständnisse passieren ganz schnell.

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