Business Behaviour
Schöne Bescherung

Kennen Sie diese Weihnachtskarten, bei der Sie den Namen unter den gedruckten Wünschen nicht lesen können? Und Sie keinen Schimmer haben, von wem sie kommt?

Ärgerlich genug, wenn man gleich eine Hand voll davon bekommt und selbst - gezwungen zu Unhöflichkeit - sich auch nie bedanken kann. Abgesehen davon: Zwei handschriftliche Zeilen auf der Weihnachtskarte müssen sein, nur eine Unterschrift ist stillos. Eine Weihnachtskarte ohne einen Wunsch kann sich nur ein Vorstandschef oder Minister erlauben, die müssen tatsächlich 1 000 Karten verschicken.

Aber alle Jahre wieder ist zu Weihnachten das selbe Grübeln angesagt: Was schenke ich meinem Geschäftsfreund, was dem Ansprechpartner, der mir im Laufe des Jahres sehr behilflich war, was der Sekretärin des Geschäftspartners? Wer es sich einfach macht und hinter der Ausrede verschanzt "ich besteche nicht", der hat den Schuss nicht gehört. Und nach Asien sollte eine Firma so jemanden schon gar nicht schicken.

Ein kleines Seidentuch, eine CD, ein Duft oder eine Flasche Champagner kosten nicht so viel, dass sich jemand hiervon noch ernsthaft bestechen ließe. Gerade Letzteres ist ideal: Ob Mann, ob Frau, egal ob Top-Position und welchen Alters. Leider verflacht diese Schenk-Kultur hier zu Lande.

In Asien sind schon bei jedem persönlichen Treffen Geschenke unerlässlich, weil sie ein Zeichen von Wertschätzung und Respekt sind. Zu Weihnachten hingegen nur dann, wenn Sie betonen, dass sie den anderen an der deutschen Tradition teilhaben lassen wollen.

Übrigens empfehle ich, bei Firmenweihnachtsfeiern den Mitarbeitern ein kleines Geschenk mit auf den Weg zu geben. Entweder ein gerahmtes Erinnerungsfoto von der Feier, das schon am Ende verteilt wird - oder so etwas wie ein Duft, siehe oben. Die dazu passende Geste ist, wenn der Chef persönlich jedem die Hand schüttelt und das Präsent übergibt. Motivierend für die Mitarbeiter ist eine Ansprache vom Chef: Ein kurzer Rückblick und Dank für ihr Engagement sollte zur Identifikation mit der Firma beitragen - und die ist die beste Voraussetzung für innovatives Arbeiten.

Aber der Mitarbeiter hat doch sein Weihnachtsgeld bekommen - was will er noch mehr? Diese Einstellung spricht für wenig Führungsqualität. Das Weihnachtsgeld hat nichts mit Höflichkeit zu tun, es ist vertraglich festgeschrieben oder auch nicht. Aber dem Mitarbeiter am Jahresende für den Einsatz zu danken und ihn so fürs nächste Jahr zu motivieren, ist eine Chance - eine Chance für den Chef.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  www.handelsblatt.com/behaviour.

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