Business Behaviour
Schwitzen für die Etikette

Warum Feinstrumpfhosen und Kniestrümpfe im Job zwingend sind. Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

HB DÜSLDORF. Der Europa-Chef der Werbeagentur Grey, Bernd Michael, pflegt eine Marotte: Er trägt immer eine rote Krawatte - mit verschiedenen Mustern, aber immer ähnlichem Grundton. Er darf das als Kreativer - ein Banker aber sollte bei roten Krawatten wenigstens vor Bärchenmustern oder Luftballons halt machen.

Die Bankerin, die mich kürzlich in einer Hauptstelle der Deutschen Bank bediente, hatte sich offenbar keine Gedanken gemacht, wie sehr das Outfit das Zutrauen in ihre Professionalität beeinflusst. In arg knapper Jeans und ausgewaschenem T-Shirt muss sie es sich selbst zuschreiben, wenn sie nicht kompetent rüberkommt. Außenminister Fischer von den Grünen beherrscht diese Klaviatur perfekt und erscheint im Ausland im feinsten Zwirn.

In New Yorks Bankenzentrum ist die Mode deshalb klassisch, und man ist so vor Fehlgriffen relativ sicher: Nur dunkle Anzüge und Kostüme mit weißem Hemd oder weißer Bluse, wohin man schaut. Frauen treten eher im Kostüm an als im Hosenanzug - wie in Europa.

Für Damen gilt eine weitere, strikte Regel: Nie ohne Feinstrumpfhosen ins Büro. In den USA ist diese Kleidervorschrift dank der Klimaanlagen überall weniger anstrengend als in Europa. Denn wer immer Kundenkontakt hat, muss - selbst bei Schweiß treibenden 38 Grad ohne Klimaanlage - Nylons tragen.

Auch Männer müssen selbst im August lange Kniestrümpfe tragen, denn im Sitzen soll der Anblick eines behaarten Männerbein niemanden entsetzen. Ganz peinlich sind auch kurzärmelige Hemden wie bei Schulbuben. International existiert dieses Bekleidungsstück gar nicht im Business.

Frauen dagegen dürfen ihre Oberarme - hüben wie drüben - allenfalls bei Hitze zeigen, wenn die Kleidergröße klein genug ist. Miniröcke und tiefe Ausschnitte haben im Job nichts verloren. Dasselbe gilt für Sandalen - die sind auch den Herren strikt verwehrt. Auf der To-do-Liste stehen für Frauen dagegen auch tagsüber ein dezentes Make-up und etwas Schmuck. Lippenstift darf gerne sein - vorausgesetzt er verirrt sich weder an die Zähne noch zückt ihn frau in einer Besprechung oder im Restaurant am Tisch. Lackierte Fingernägel gehen auch - vorausgesetzt sie sind nicht in Marilyn-Rot oder in Knall-Pink.

In Amerika, aber auch schon in Italien ist ein Thema völlig klar, das hier zu Lande noch nicht überall als Standard angesehen wird: Haare an Beinen und unter den Achseln gelten als ungepflegt.

Ein Hinweis an die Textilindustrie: ein Segen für Damen wären endlich Innentaschen in Jacketts, dann wäre die Gleichberechtigung einen Schritt weiter. Einen großen.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%