Business Behaviour
Tunken und Pusten ist tabu

Aber Kartoffeln darf man ruhig mit dem Messer schneiden Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Mit echten Suppentassen hat man an der Tafel ein Problem weniger: Gibt es als Vorspeise eine Suppe, so darf diese auch am Henkel angefasst und aus der Tasse getrunken werden. Dass man dies nicht darf, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Ganz oft sehe ich missbilligende Blicke gegenüber den Henkelbenutzern, obwohl sie diese beileibe nicht verdienen. Sie verhalten sich korrekt.

Anders ist es beim Suppenteller: Er darf der Etikette nach gar nicht gekippt werden. Einen vernünftigen Grund gibt es dafür nicht. Wahrscheinlich befolgt deshalb auch niemand diese Regel ganz strikt. Leicht kippen ist erlaubt. Doch bitte verzichten Sie auf den allerletzten Rest. Und tun Sie vor allem eins nicht: Nehmen Sie auf gar keinen Fall ein Stück Brot und tunken den Rest. Egal, wie gut es schmeckt. Auch Ihren Hunger müssen Sie zügeln: Pusten ist verboten.

Immer wieder verwirrend ist undefinierbares Grünzeug auf dem Teller. Ganz schwierig wird es, wenn dieses Grünzeug auch noch richtige Blüten hat und man eigentlich das Gefühl hat, dass es in eine Vase gehört. Für diese Tellerdekorationen gibt es eine unumstößliche und international gültige Regel. Danach ist alles, was auf dem Teller ist, essbar.

Wo rechts und links ist, müssen sich bei gesetzten Essen insbesondere die Gastgeber merken: Platten reicht man immer von links an. Einfach weil die meisten Menschen Rechtshänder sind und sich so besser bedienen können. Doch was ist im Konfliktfall: Wenn Sie gerade mit ihrem Tischnachbarn sprechen und der Rehrücken kommt dazwischen? Genauer gesagt, die Platte. Richtig, was warm ist, geht vor. Langes Warten beschert den anderen Gästen lauwarmes Essen.

Wichtig ist die Reihenfolge, wer zuerst die Platten bekommt: Einfach der Reihe nach, geht nicht. Nach dem Protokoll werden die Damen zuerst bedient. Zuletzt nimmt sich der Gastgeber. Diese Regel finde ich unlogisch, weil sie alle Ziele der Höflichkeit verfehlt: In der Gesellschaft haben Damen immer noch eine Sonderstellung. Auch wenn sie diese im beruflichen Kontext nicht haben - da entscheidet allein die Hierarchie. Zurück zum Essen: Die Damen haben dann immer ein halb kaltes Essen und der Gastgeber ein wohl temperiertes. Denn beim gesetzten Essen darf erst begonnen werden, wenn auch der Letzte genommen hat.

Eine sinnlose Regel gilt heute zum Glück nicht mehr: Kartoffeln dürfen Sie schneiden. Die Messer, deren Klingen früher aus Stahl oder Silber waren, liefen an. Die heutigen nicht mehr.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  www.handelsblatt.com/behaviour.

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