Business Behaviour
„Und mit wem habe jetzt ich die Ehre?“

Eine junge Frau kommt zum Festessen. Und keiner ihrer Tischnachbarn stellt sich vor - die einfachsten Grundregeln sind wie weggepustet, es kommt zum Gau. Dabei ist das richtige Verhalten gar nicht schwer.

Eigentlich ist beides ganz einfach. Aber kaum ist es soweit, sind bei vielen die einfachsten Grundregeln wie weggepustet, und es kommt zum Gau: Da schweigen sich erwachsene Menschen betreten an, ganze Runden sitzen da und ringen nach Worten, andere stehen dicht beieinander und tun so, als sähen sie sich nicht einmal. Eine ähnliche Erfahrung machte eine jungen Frau, die eine Führungsposition bei einem Medienunternehmen bekleidet, bei einem festlichen Dinner. Sie, die einzige Dame an einem Tisch mit sieben Herren, kam pünktlich auf die Minute. Alle anderen waren vorzeitig da gewesen und saßen bereits. Der einzige Herr, der nicht nur sofort aufstand, sondern auch gleich um den ganzen Tisch zu ihr herumkam, sich ihr vorstellte und einen schönen Abend wünschte, war kein Geringerer als Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer.

Geradezu irrwitzig war auch der Auftritt eines Firmenrepräsentanten, der neue Chef der Pressestelle, bei einem Festessen mit 100 Gästen, zu dem sein Arbeitgeber geladen hatte. Mit freundlichem Gesicht trat er an die Dame heran, mit der er schon telefoniert hatte und die er eigens an seinem Tisch platziert hatte. Er schüttelte ihr die Hand, begrüßte sie freundlich und guckte erwartungsvoll - und wunderte sich, dass sie ihn so fragend ansah. Bis sie unumwunden fragte, mit wem sie die Ehre habe. Denn seinen Namen und die Firma hatte der Herr nicht genannt. Ihm war einfach nicht aufgefallen, dass die Dame ihn gar nicht erkennen konnte. Denn sein erster Fehler war es ja gewesen, sich nicht gleich am Eingang zu postieren und jeden Gast zu begrüßen.

Dabei ist es so einfach: Man braucht nur seinen Vor- und Nachnamen zu nennen. Ohne jeden akademischen Grad oder Titel. Anders, als wenn man selbst einen Dritten vorstellt, also zwei Menschen miteinander bekannt macht: Dabei wird sehr wohl der Titel erwähnt.

Doch bei den Namen alleine darf es nicht bleiben: Damit die beiden Vorgestellten auch einen Anknüpfungspunkt fürs Gespräch haben, ist es unabdingbar, eine kurze Erklärung zu liefern: Was die beiden machen, welche Position in welcher Firma sie haben. Am besten ist es, man kennt ein Thema, das die zwei verbinden könnte. Das Ganze soll, bitte schön, professionell wie charmant wirken, so dass ein Lächeln und ein kurzer Blickkontakt sein müssen. Sich nicht vorzustellen ist unhöflich und ein großer Fehler in puncto Netzwerkpflege. Im internationalen Geschäft ist gerade diese unelegante Art ein Nachteil für deutsche Geschäftsleute im Vergleich - selbst wenn unsere Produkte immer noch besonders geschätzt werden.

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