Business Behaviour
Wenn das Salz fehlt

Business-Dinner: Bütterchen schmieren ist tabu, Gläser müssen klingen Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Haben Sie auch schon einmal neben so einem eiligen Esser gesessen? Mir ist es schon ganz oft passiert. Der Tischherr schaltet plötzlich ab, schlingt fast das Essen in sich hinein, blendet sich völlig aus dem Tischgespräch aus und ist quasi abwesend. Er sagt nicht einmal, ob es ihm schmeckt. Ich beobachte dies wenn, dann fast immer bei Männern. Und auch nie im Ausland, immer nur hier oder mit Deutschen im Ausland. Manch einer wacht dann plötzlich auf, entschuldigt sich.

Was bei Franzosen und Italienern selbstverständlich ist, aber sich hier noch nicht überall durchgesetzt hat: Ein Essen darf dauern. Stunden. Deshalb sollte man auch nicht erschrecken, wenn ein Tisch überladen ist mit Geschirr, Besteck und Gläsern - alles wird im Laufe des Abends gebraucht. Reihen sich neben Ihrem Teller rechts vier Messer oder Löffel und links drei Gabeln auf, ist die Maxime - von außen nach innen. So wie die Gläser auch, bei denen geht es von rechts nach links.

Das kleine Messer auf dem kleinen Tellerchen links neben dem Teller ist für das Brot. Apropos Brot: Im Restaurant und bei anderen Einladungen werden Brot und Brötchen immer gebrochen, ausnahmslos. Bitte kommen Sie nicht auf die Idee - nienicht - sich ein Bütterchen zu schmieren, so wie daheim bei Muttern.

Und auch diesen häuslichen Brauch sollten Sie bei gesetzten Essen zu Hause lassen: das "Guten-Appetit-Wünschen". Das war übrigens noch nie anders und ist international auch unüblich. Ebenso wenig wie "Gesundheit" sagen, wenn jemand niest.

Kommt es zum ersten Zuprosten etwa auf den Vertragsschluss, fragen sich etliche, wo sie um Himmels Willen das Weinglas anfassen dürfen. Die Lösung ist simpel: Am Stiel, dafür ist er da. Und klingen könnte es sonst auch nicht. Profis erkennen dann schon am Klang der anstoßenden Gläser, wie teuer sie sind, ob es sich um Kristallgläser handelt oder die guten Gepressten. Achten Sie mal drauf. Beim nächste Weinglas-Kauf wird das ein Kriterium für Sie sein.

Sind Sie selbst der Gastgeber, achten Sie bei Gästen aus arabischen Ländern darauf, dass mehr Salzstreuer als sonst auf dem Tisch verteilt sind. In diesen Kulturen wird mehr Salz genommen als bei uns. Hier ist das andere Extrem zu beobachten: Die Speisen sind oft fast ungesalzen aus der Überzeugung, es sei gesünder. Wer würzt, ohne überhaupt gekostet zu haben, benimmt sich daneben - es ist der alte Personalchef-Test. Derjenige gilt als unflexibel. Aber fragen nach dem Salz dürfen Sie immer.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  www.handelsblatt.com/behaviour.

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