Business Behaviour
Wie im Zoo

Es gibt einen Ausnahmefall, in dem Sie immer gnadenlos ehrlich sein sollten: Und zwar wenn ein Besucher Sie fragt, ob er bei Ihnen rauchen darf. Für den Fragenden ist es sonst wirklich nicht abschätzbar, ob er rauchen darf oder nicht.

Ob der Gastgeber nur aus Höflichkeit zustimmt, aber in Wirklichkeit das Qualmen doch nicht will. Antwortet er zögerlich mit "Eigentlich habe ich das nicht so gerne, aber eine können Sie gerne rauchen", rate ich zum Ausharren. Und die Zigaretten gar nicht erst auszupacken oder zu sagen "Ich warte gerne, bis die Besprechung zu Ende ist."

Erste Indizien sind, ob der Gastgeber selbst Aschenbecher auf dem Tisch stehen hat. Wenn nicht, sollten Sie gar nicht erst fragen. Umgekehrt sollten rauchende Gastgeber zehn Minuten bevor ihr Besuch kommt, den Raum lüften - und das Rauchen einstellen.

Überall gilt die Devise: In Großraumbüros, Konferenzen und schon dreimal im Fahrstuhl ist Rauchen tabu. Vor einem offiziellen Essen darf eventuell beim Aperitif geraucht werden, bei Tisch frühestens vor dem Dessert. Während des Essens auf keinen Fall. Herren sollten ihren Tischdamen Feuer geben. Nur aufzustehen brauchen sie nicht mehr. Aber ein Feuerzeug dabei haben, das sollte ein Herr immer - auch wenn er nicht raucht.

Ganz heikel wird es, wenn eine Einladung in einer Privatwohnung stattfindet. Erst diesen Winter erlebte ich wieder, wie Raucher darauf bestanden, ihre Nach-dem-Essen-Zigarette unbedingt auf dem Balkon zu inhalieren. Um nur ja niemanden zu belästigen. Es war eine Sechser-Runde und die Folgen verheerend. Nicht nur, dass die Gesprächsdynamik erheblich gebremst wurde. Die Runde wurde fast gesprengt und die vorherige gute Stimmung erst nach einer ganzen Zeit wieder hergestellt. Ganz abgesehen davon, dass es eine ulkige Situation ist - fast wie im Zoo: Die einen sitzen hinter der Scheibe und betrachten die Qualmenden draußen vor der Scheibe. Die hingegen frieren erbärmlich - oder haben gleich ihre Mäntel umgelegt. Auch das ist ungemütlich, wenn diese am Esstisch vorbei getragen werden. Ganz abgesehen davon, wie drollig es ist, erst mal den Balkon oder die Terrasse mit Aschenbechern zu versorgen.

Noch haben wir keine amerikanischen Verhältnisse, aber wir sind wohl auf bestem Wege. In den USA ist das Rauchen verpönt und gesellschaftlich nicht gestattet. Ob bei einem Business Event oder privat in den USA - bitte nicht rauchen. Auch Italien hat seit Jahresbeginn strenge Regeln: Das Rauchen ist in allen Restaurant und Bars verboten.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf "cc" setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps - schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

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