Business Behaviour
Wie sag ich’s dem Entgleisten?

Wenn sich zwei daneben benehmen – wie man sie wieder auf Kurs bringt. Möchten auch Sie eine Benimm-Frage geklärt haben? Schreiben Sie Gabriele Schlegel! Fragen und Antworten dokumentieren wir  hier .

Kampfhähne trennen müssen? Danke - das Vergnügen ist nicht ganz meinerseits. Immer wieder gibt es auch Geschäftsleute, denen mal die Pferde, besser die Emotionen, durchgehen. Und die persönlich und lautstark werden. Alle anderen schweigen betreten. Was tun? Eingreifen muss der Ranghöchste oder der Gastgeber. Allein schon, um die anderen Gäste von der Belästigung zu befreien. Solange es noch mit Humor geht, ist dies eine Methode, die ich bei einer Managerrunde nach einem Coaching erlebte: Der Chef mimte den Zuschauer eines Tennisspiels, der mit dem Augen dem Ball folgt: "Das ist ja hier besser als der Grandslam."

Ist die Situation nicht mehr mit Augenzwinkern zu retten, habe ich selbst in Singapur schon mal zu einem extremen Mittel greifen müssen. Zwei deutsche Unternehmer - Asiaten wie Amerikanern würden nicht so reagieren - schrien sich plötzlich an. Sie hatten sich in wenigen Minuten heiß geredet, es ging natürlich um Politik. Sie wurden persönlich, alle anderen waren peinlich berührt. Als mein Themenwechsel ungehört blieb, half nur noch dies: Ich kippte mein Rotweinglas um und mimte die Erschrockene. Es funktionierte, einer brachte Salz für den Fleck, andere tupften auf dem Tisch herum. Das wirkte wie ein Unterbrecher im Stromkreislauf. Die Kontrahenten kamen auf den Boden zurück und ließen das Thema sofort fallen.

Oft wird eine peinliche Lage auch erst richtig unangenehm durch Dritte. Ein junger Mitarbeiter in der deutschen Botschaft in Washington etwa hatte gesehen, wie ein Top-Manager bei einem Business-Forum einen Löffel als Souvenir einsteckte. Eilfertig sprach jener die Gattin an: "Ich glaube Ihr Gatte hat gerade einen Löffel gestohlen." Der Manager, sofort eheintern informiert, deponierte flugs den Löffel in der Toilette - um sich schnurstracks beim Botschafter laut über die Unterstellung zu beschweren. Alle hörten mit und der Mann verließ demonstrativ das Haus. Das Ende vom Lied: Der Botschafter und das Außenministerium mussten Entschuldigungen schicken.

Viel besser gelang diese Volte: Bei einer großen Einladung mit Buffet packten gegen Ende plötzlich eine Hand voll Gäste ganz selbstverständlich die Reste in Plastiktüten ein und vergriffen sich sogar an der Blumendekoration. Warum? Es blieb rätselhaft. Jedenfalls rette der Gastgeber die absurde Situation. Er stieg ein auf das seltsame Happening: "Kommen Sie doch mit in die Küche, ich gebe Ihnen noch mehr Tüten." Gesagt, getan. Der Spuk war so schnell vorbei, wie er begonnen hatte. Genial.

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