Business Schools
Schulen müssen eisern sparen

Harte Zeiten für Business Schools: Für die Schulen, die stark in der sogenannten Executive Education engagiert sind, wird das kommende Jahr noch einmal schwer. Sie müssen eisern sparen – paradoxerweise, obwohl sich viele vor Bewerbern kaum retten können.
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DÜSSELDORF. Es scheint paradox: Die Business Schools können sich vor MBA-Bewerbern kaum retten. Um die Hälfte und mehr sind die Bewerberzahlen für die MBA-Programme teilweise gestiegen. Etliche Schulen haben ihre Klassen vergrößert, mehr Studenten spülen mehr Geld in die Haushaltskasse. Gut geht es vielen Schulen in dieser Krise dennoch nicht.

In ihren Haushalten haben sich Löcher aufgetan, sie müssen eisern sparen. Denn die MBA-Programme sind nur das Aushängeschild. Geld verdienen viele internationale Topschulen mit kurzen Weiterbildungsprogrammen und maßgeschneiderten Angeboten für Unternehmen – also mit Executive Education. Doch genau in diesem Bereich haben die Firmen im Krisenjahr 2009 gewaltig gespart. Gut für all jene, die kaum in Executive Education engagiert sind. Bei den anderen ist der Ausblick auf 2010 sehr zurückhaltend.

So schlimm wie einige der amerikanischen Topuniversitäten und die daran angedockten Business Schools trifft es die Europäer nicht. Harvard beispielsweise musste in diesem Jahr massiv sparen, hat etliche Mitarbeiter entlassen und Kurse gestrichen. Das liegt vor allem daran, dass alteingesessene Privatuniversitäten in den USA einen erquicklichen Teil ihres Haushalts aus den Zinseinnahmen ihres milliardenschweren Kapitalstocks bestreiten. Doch dieser ist in der Krise massiv geschrumpft, die Zinsen fließen nur noch spärlich.

Die meisten europäischen Schulen haben in ihrer wesentlich kürzeren Tradition kaum Kapital angehäuft – und leben daher von den Einnahmen aus den MBA- und Masterprogrammen und dem Bereich Executive Education. Oft wird auch der berufsbegleitende Executive MBA für erfahrene Manager dazugezählt. Doch 2009 sind viele Unternehmenskunden abgesprungen oder haben Projekte zeitlich nach hinten geschoben. Besonders hart trifft es all jene, die einen hohen Anteil ihres Haushalts aus dieser Art der Weiterbildung bestreiten.

Darunter fallen Topschulen wie Insead im französischen Fontainebleau, das in diesem Jahr ein Umsatzminus erwartet, oder IMD in Lausanne. Alle Aktivitäten des Lausanner IMD fallen unter Executive Education, was in der Wirtschaft passiert, spiegelt sich hier fast eins zu eins wider. Zu 98 Prozent finanziert sich die Schule aus den Gebühren, die Teilnehmer und Unternehmen für die Programme zahlen. 20 Prozent weniger Einnahmen verzeichnete die Schule in diesem Jahr, sagt Executive Director Jim Pulcrano.

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