BvG fällt in naher Zukunft Entscheidung über Studiengebühren
Der lange Weg zur deutschen Elite-Uni

Der Traum vom deutschen Harvard ist schon fast ein Jahr alt. Damals verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit stolz geschwellter Brust, der Bund werde in den nächsten Jahren zehn deutsche Hochschulen zu internationalen Spitzenuniversitäten ausbauen. Passiert ist seitdem wenig – die Länder, mit denen sich der Bund einigen muss, traten auf die Bremse.

Gestern nun verkündeten Regierungskreise in Berlin den Durchbruch bei der Finanzierungsgesprächen. Einige Kultusminister dementierten zwar umgehend, trotzdem möchte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn noch in diesem Jahr den Wettbewerb um die besten deutschen Unis starten.

Was soll eine Elite-Uni von anderen unterscheiden?

Zunächst einmal werden die zehn ausgewählten Unis einfach mehr Geld erhalten. Im Jahr will der Bund zusammen mit den Ländern 380 Millionen Euro für die Spitzenförderung ausgeben. Das zusätzliche Geld soll ab 2006 in zwei Runden auf die Sieger eines Wettbewerbs verteilt werden. Außerdem sollen einzelne Labors als sogenannte Exzellenzcluster unterstützt werden. Unterm Strich kämen pro Universität rund 25 Millionen Euro im Jahr zusammen. Zum Vergleich: Der Etat der Frankfurter Goethe-Uni beläuft sich auf 263 Millionen Euro jährlich. Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt den Bedarf dagegen auf rund 60 bis 100 Millionen Euro im Jahr.

Wer darf an den Elite-Unis studieren?

Im Juli hat der Bundestag die Grundlagen für eine stärkere Auswahl der Studenten durch die Unis geschaffen – eine Voraussetzung für die Einführung von Elite-Unis. Die Hochschulen dürfen ab dem Wintersemester 2005/2006 bis zu 60 Prozent ihrer Studenten selbst auswählen. Mit der Zuweisung von Studenten in den Fächern mit einem Numerus Clausus dürfte dann weitgehend Schluss sein. Die Rolle der immer wieder kritisierte Zentralstelle für die Studienplatzvergabe (ZVS) wird also stark beschnitten: Nur noch über 40 Prozent der Bewerber wird sie entscheiden können, je 20 Prozent der Studenten wird sie nach Abiturnote beziehungsweise nach Wartezeit verteilen. Schon bisher hatten die Professoren das Recht, rund ein Viertel ihrer Studenten auszuwählen, nahmen dies aber nur selten war.

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