Chancen 2007
Wo der Jobmotor rund läuft

Nicht mal die Erhöhung der Mehrwertsteuer kann den Aufschwung ausbremsen. Jetzt sind Fachkräfte gefragt, insbesondere Logistik, Maschinenbau und Schiffbau suchen dringend Spezialisten. Handelsblatt.com zeigt, welche Branchen wen suchen, welche gut zahlen – und welche nicht.



HB DÜSSELDORF. „Herrschte vor einem Jahr noch verhaltener Optimismus, so ist die Stimmung in der Wirtschaft jetzt sehr positiv“, urteilt Karl Bosshard, Partner bei Kienbaum Executive Search. Das Klima hat sich geändert, es geht wieder aufwärts. „Das ist mehr als ein Zwischenhoch. Die Unternehmen müssen es jetzt nur noch vernünftig managen, nicht überziehen und versuchen aufzuholen.“ Konkret: Bosshard rät zu Personalaufbau. Aber mit Augenmaß und nicht – wie Anfang des Jahrtausends, während der New-Economy-Blase – mit Geld zu aasen. Etliche Unternehmen haben danach in der Flaute so viele Leute entlassen, dass ihnen heute die Manövriermasse fehlt, um neue Chancen wahrzunehmen. Jetzt sind die Auftragsbücher voll, die Mitarbeiter überlastet – und Fachkräfte werden rar.





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Gehältervergleich: Wo sich der Einsatz lohnt





Die entscheidenden Fragen sind also: In welche Branchen lohnt es zu wechseln? Wo bestehen gute Karriereaussichten, die zumindest für ein paar Jahre als gesichert gelten dürfen? Wo wird gut gezahlt?

LOGISTIK

Chancen: Sehr gut

Das einst ungeliebte Kind wurde zum Gewinner der Globalisierung: hochmodern, komplex und international – ist die Logistik die Wachstumsbranche schlechthin. Trend: weiter ansteigend, insbesondere wenn das Briefpostmonopol bald fällt. Für Flughäfen wie München oder Frankfurt soll die Zahl der Mitarbeiter, die neu eingestellt werden, drei- bis vierstellig ausfallen. Klassische Logistikexperten, qualifizierte Disponenten, Marketing- und Vertriebsleute sind gesucht. Allein entscheidend ist die Kundenorientierung. Einziger Haken daran: In der Logistikbranche wachsen die Bäume nicht in den Himmel, gezahlt wird nicht so toll.

MASCHINENBAU/ INGENIEURE

Chancen: Sehr gut

„Made in Germany“ ist weltweit wieder „stärker gefragt als in den vergangenen drei Jahren“, berichtet Alexander von Preen, Partner bei Kienbaum Management Consultants. In Deutschland herrscht jetzt großer Bedarf an Ingenieuren – aber die richtigen müssen es sein, bitte schön: Maschinenbauer, Elektroingenieure, Mechatroniker, Verfahrenstechniker mit Biologiekenntnissen oder Konstrukteure. Unabdingbar sind Kommunikationsfähigkeit, fließendes Englisch und Servicebereitschaft. Die Einsätze führen nämlich häufig ins Ausland – und das inzwischen für Jahre, nicht mehr nur für Monate: etwa als Werksleiter in Osteuropa oder Asien. Auch Ältere mit Erfahrung, deren Kinder womöglich schon erwachsen sind, haben Chancen. Der Verdienst der ersten Ebene unterm Vorstand liegt im Schnitt bei 126 000 Euro (siehe Tabelle).

ENERGIEWIRTSCHAFT

Chancen: Sehr gut

„Weil die Ressourcen knapp werden, ist die Energiewirtschaft eine Zukunftsbranche“, urteilt Personalprofi Karl Bosshard. Gute Adressen sind die vier großen Energieversorger: Eon, Vattenfall, EnBW und RWE. Die großen Regionalversorger versuchen, ihre Gebiete auszuweiten, und holen Shareholder ins Boot. Gesucht sind Geschäftsführer, Vorstände, technische Prokuristen, Controllingprofis und besonders Leute mit Marketing- und Vertriebsvisionen, die ein schlecht greifbares Produkt wie Energie an den Mann bringen sollen. Von Preen: „Auch alternative Energien wie Solartechnik, Windenergie oder nachwachsende Rohstoffe spielen eine große Rolle – nachdem sie jahrelang meist belächelt wurden.“

Doch ein häufiger Nachteil: „Gezahlt wird bei den meisten eher unterdurchschnittlich“, berichtet Bosshard. Kandidaten sind deshalb gut beraten, variable Vergütungen zu vereinbaren.

SCHIFFBAU

Chancen: Gut

Dank prall gefüllter Auftragsbücher für die nächsten vier Jahre erstrahlt die einstige Krisenbranche in neuem Glanz. „Dort herrscht unglaubliche Personalknappheit“, berichtet Bosshard. Aufträge müssen sogar abgelehnt werden, die Menschen arbeiten unter Extrembelastung. Die Arbeitgeber haben zu viele Leute entlassen. „Noch bis vor kurzem hat niemand seinen Kindern die Schiffbaubranche empfohlen. Jetzt behilft man sich, indem man Maschinenbauingenieure selbst aufwendig umschult.“ Hinzu kommt: Im mittleren Management steht ein Generationswechsel an. Gute Verdienstchancen? Fehlanzeige. Im Schiffbau wird traditionell schlecht gezahlt, wenngleich es sich bessert durch den Mangel an Spezialisten.

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