ChicagoBooth
Der 300-Millionen-Dollar-Mann

"Jeder, der von dem Wissen profitiert, das er an der Universität erwirbt, hat die Verantwortung, etwas zurückzugeben." US-Unternehmer David G. Booth machte in Chicago seinen MBA. Als Rendite schenkt er seiner Alma Mater einen Teil seines Vermögens - und erkauft sich ein Stück Unsterblichkeit.

Mr. Booth, Sie schenken Ihrer Alma Mater 300 Millionen Dollar. Ohne Sie nach Ihrem Kontoauszug fragen zu wollen: Sind 300 Millionen US-Dollar für Sie Peanuts oder ein Vermögen?

Ich weiß nicht, wie reich man sein muss, damit 300 Millionen Dollar nicht viel Geld sind. Aber für mich ist das sehr viel. Ich überlasse der Universität in den nächsten Jahren den größten Teil der Dividenden, die ich von meiner Firma bekomme. Insgesamt sollen so 300 Millionen Dollar zusammenkommen.

Das heißt, Sie haben das Geld nicht cash auf den Tisch gelegt?

Nein. Ich habe der Universität einen hohen Prozentsatz an den Dividenden versprochen, die ich aus meinem Aktienanteil an Dimensional Fund Advisors erhalte.

Aber heißt das nicht auch, dass die Finanzkrise negative Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Spende haben könnte?

Nicht auf lange Sicht. Die Universität wird weniger Geld bekommen, wenn die Börsenkurse schlecht stehen, und mehr, wenn die Börse nach oben geht. Das ist nun einmal die Natur einer Aktienbeteiligung an einem Unternehmen. Aber ich gehe davon aus, dass die Höhe dieser Dividenden steigen wird, da die Firma weiter wächst. Im Übrigen sehe ich dies nicht als eine Spende an die Business School, sondern als eine Dividende.

Wie meinen Sie das?

Ich glaube, dass ich der Universität ihren Anteil an einer Partnerschaft auszahle. Die University of Chicago hat mir das ganze Leben lang eine unglaubliche Unterstützung gegeben. Sie hat es mir überhaupt erst ermöglicht, dort zu studieren. Sie hat mir zu einer großartigen Ausbildung verholfen, und ihre Professoren haben mich auch nach dem Studium über all die Jahre unglaublich unterstützt. Das geht über alles hinaus, was man normalerweise mit einem MBA-Studium verbindet. Ich verdanke der University of Chicago meinen beruflichen Erfolg.

Wie erfolgreich ist denn Ihre Investmentfirma Dimensional Fund Advisors?

Ich glaube, wir sind sagenhaft erfolgreich und wir sind auch optimistisch, was die Zukunft anbelangt. Sogar nach dem Börsencrash im letzten Jahr haben wir noch 100 Milliarden Dollar verwaltetes Vermögen, was sehr viel mehr ist als jeder von uns sich jemals hätte träumen lassen.

Sie sind in Lawrence aufgewachsen, einer kleinen Universitätsstadt in Kansas, wo Sie auch zur High School gegangen sind und wo Sie an der Universität studiert haben. Wie war es, in der amerikanischen Provinz in den 60ern zu studieren?

Kansas war damals ein sehr interessanter Platz. Die späten 60er waren ja die Zeit der Studentenunruhen, und da Lawrence eine Universitätsstadt ist, war es auch eine Brutstätte der Unruhen. Ein paar Protestierende sprengten dort sogar mehrere Gebäude im Namen des Friedens in die Luft.

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