Chief Scientist
Brückenbauer zum Elfenbeinturm

Ein Chief Scientist hält Unternehmen und Regierungen auf dem neuesten Wissensstand – damit sie Innovationen nicht verschlafen.

HB MADRID.Siemens hat gleich mehrere davon, IBM kann nicht ohne ihn, die US-Raumfahrtbehörde Nasa und auch Google wollen ebenfalls nicht auf ihn verzichten: Gemeint ist der Chief Scientist, zu Deutsch der Chef-Wissenschaftler. Vor allem durch den Internetboom hat dieser sehr gut dotierte Mittler zwischen Hochschulen, Tech-Labors und Unternehmen in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen.

Der Chef-Forscher arbeitet meist unabhängig von einer Abteilung und versucht, aus den Ideen, die im Hörsaal und im Labor entstanden sind, solche herauszupicken, die für die jeweilige Branche interessant sein könnten. Dafür reisen die meist mehrsprachigen Experten rund um den Erdball, haben häufig selbst Lehraufträge an Universitäten, und stehen als Dozent in ständigem Kontakt mit Wissenschaftlern von anderen Hochschulen.

Unter Vertrag genommen werden Chief Scientists, die meist über 40 Jahre alt sind, vor allem von Technologieunternehmen. Siemens hat solche klugen Köpfe rund um den Globus platziert, aber auch die deutsche Automobilindustrie setzt auf die Mittler zwischen Uni und Unternehmen.

In Israel, Großbritannien und den USA arbeiten die Chef-Forscher bereits seit mehr als 20 Jahren Hand in Hand mit der Wirtschaft und mit der Politik. So wählt zum Beispiel der Chief Scientist der israelischen Regierung die Unternehmensideen aus, die vom Staat mit Subventionen bedacht werden sollen oder die für staatliche Beteiligungen interessant sein könnten. Bis vor wenigen Jahren war Orna Berry dafür zuständig, eine der wenigen Frauen in diesem Business. Weibliche Führungsqualitäten sind jedoch gefragt: „Man muss zuhören können“, meint die Datenspezialistin, die vorher bei Siemens gearbeitet hat und jetzt wieder als Risikokapital-Partnerin in der Wirtschaft tätig ist.

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